Nun weiß ich nicht mehr um meine Qual; ich sauge an deinem Geiste; immer tiefer zieh ich ihn in mich hinein, und in dieser Wesenseinheit und Wesensvertauschung, in dieser Auflösung meines Seins in dem deinigen, in diesem Ineinandergreifen der Räderzähne unsrer tiefsten und intimsten Gefühle, in diesem übermenschlichen, rücksichtslosen, im himmelstürmenden Triumph der Geschlechtsfreiheit aufjauchzenden Willen zur Zukunft und Unsterblichkeit, hab ich deinen Geist mit den zitternden, bebenden Fingern gegriffen.

Ja, ja, ja, ja:

Er zerrann?

Wie Quecksilber zerstäubt er unter meinen Fingern; und da bist du da, — da liegst du in deiner göttlichen Nacktheit, in der Schamlosigkeit deines Geschlechtes, und ich schaue dich an als etwas Fremdes, Weites, Millionen Meilen weit Entferntes, und ich blicke in deine abgründigen Augen, die vielleicht nicht einmal Oberfläche sind.

Aber nein, — nein, — um Gotteswillen nein!

Mit der zuckenden, schauernden, hirnzerrüttenden Leidenschaft, mit der fiebernden Glut, die mein Gehirn durchtobt, mit der ungestümen Kraft meiner lusterstarkten Glieder will ich mich von dem Erdbeben deines Fleisches schütteln lassen, nichts fühlen als die bleiche Hitze deiner Glieder, nichts hören als das jagende Sausen meines Blutes, nichts empfinden als das stechende, brutale Weh des Liebesdeliriums, — ich will aufhören zu leiden in dem Siegesdithyrambus des Geschlechtes, der tosenden Brandung einer schauerlichen Symphonie des Fleisches.

Und sage mir, wie du mich liebst! sag’ es unter dem begehrlichen Gezucke deines Leibes, brenn’ es mir in meine Glieder, senge es auf meine Lippen, atme es in mich hinein, dies heiße, gierige, ekstatische:

Ich liebe dich!

Sag, sag, sag es mir — wie — wie liebst du mich?

Wie — wie liebst du mich? —