Jedenfalls hab’ ich ihn erlebt, den Todeskampf meines Geschlechtes.
Ich saß regungslos da, die Faust tief in den Mund gesteckt, mit hervorquellenden Augen, schmerzhaft verzerrter Gesichtsmuskulatur, ein brutales Raubtier.
Etwas musste ich in mir zerstören, mit meinen Zähnen in das Innere beißen, tief, langsam, immer tiefer; behutsam es abreißen, damit der Schmerz stärker, langsamer, grausamer wäre; mit den langen, spitzen, scharfen Zähnen musste ich es tun.
Seit zwei Tagen schlief ich nicht; ich aß nicht. Ich trank nur reinen Spiritus, weil meine Geschmacksnerven stumpf geworden waren und ihre Leitung nach dem Rachen unterbunden war.
Ich war beinahe lustig.
Meine Gefühle bewegten sich in wunderbarem Takt zu einer schauerlich-gespenstisch-tiefen, wüsten, starren Musik mit dem Gesichte eines altmexikanischen Götzenbildes.
Jeder Ton war wie ein Stück geschmolzenen Metalls, das in eine fürchterliche Hitze geriet und in das Spektrum meiner Seele niedertropfte und dort eine Linie zeichnete.
Ich hörte die Musik nicht, ich empfand sie deutlich als ein großes, endloses Spektrum mit grellen, ganz naiv grellen Farben.
Es erinnerte mich an die Farben, mit denen ich einen assyrischen Löwen bemalt sah.
Es wunderte mich nur, dass ich das Ultraviolett ganz deutlich empfand, aber nicht als Farbe, sondern übersetzt in eine Rückwärtswelle, in ein Etwas, das sich immerfort in regelmäßiger, rhythmischer, ganz deutlicher Rückwärtsbewegung befand und nicht schwinden wollte.