— Siehst du, wenn man degeneriert ist und krank, dann weiß man niemals um seine Zustände; sie verändern sich nämlich fortwährend, jetzt noch Liebe und Glück und im selben Augenblick Hass und Ekel —
Ich wollte sie ansehen, aber ich konnte nicht.
— Du? —
— Was?
Es klang hart; wie aus einer zerbrochenen Metallglocke kam es heraus.
— Du bist doch vernünftig, du bist auch alt genug, ich muss dir offen alles sagen ...
Sie schwieg.
— Kennst du die Kreuzersonate von Tolstoi; ich meine das mit dem geschlechtlichen Hass und das mit dem Ekel; verstehst du?
Ich fühlte, wie ihr Körper zitterte, wie sie in sich zusammensank.
Und nun wurde ich seltsamerweise brutal; ich fühlte Freude an ihrer Qual, ich spürte etwas von Lustmordinstinkten in mir.