Ich sprach ganz kalt und klar, beinahe zynisch.
— Siehst du, ich quäle mich; ich habe mich von Anfang an gequält. Wie du die erste Nacht bei mir bliebst und, todmüde wie du warst, einschliefst, habe ich, Traumexperimente mit dir gemacht. Ich stand auf, — Herrgott, dein Leib war mir so gleichgültig, so unendlich gleichgültig; ich nahm eine Wasserkanne und goss Wasser in eine Schüssel, immer stärker, immer stärker, bis du erschrocken erwachtest. Ich fragte dich liebevoll, was du geträumt hättest, und ich freute mich, dass dein Gehirn mit solcher Exaktheit und Präzision auf den Außeneindruck geantwortet hatte. Du weißt es wohl noch, du träumtest, dass in deiner Vaterstadt ein Feuer ausgebrochen wäre und die Leute mit Wasser und Löscheimern kämen.
Ich fühlte ihre Augen starr auf mich gerichtet, dass sie mich körperlich berührten.
Jetzt musste ich einen entscheidenden Schlag führen:
— Herrgott, du konntest mir kein Glück geben, und jetzt. ... Hör mal, ich bin ganz brutal, aber — ich kann’s nicht mehr aushalten, ich empfinde dich als eine Last. ...
In diesem Augenblicke sah ich sie am Ausgang hinter der Portiére verschwinden.
Ich sank in mich zusammen und starrte das Glas an:
Sie ist gegangen — fort ... fort ...
In meinem Gehirne fing es an zu dämmern.
Ich empfand Angst, unerhörte Angst; ich fuhr auf, sie zu suchen. Plötzlich riss ich mich empor; die ganze Vision, die mein Gehirn spontan, vielleicht in ein paar Sekunden der Ohnmacht produziert hatte, war verschwunden.