Wieder sah ich das Weib auf dem Totenbette liegen.

Ich suchte den Kausalnexus zu knüpfen zwischen dem Café und dem Totenbette; vergebens. Nur eine steigende Angst, gemischt mit einer orgiastischen, qualvoll bangen Brunst nach ihr, wollte mir die Brust zersprengen.

Und das tote Gesicht sprach in wechselnder Kerzenlichtsprache, und sah mich an mit lüsternen, üppigen Augen.

Und immer stärker fühlte ich, wie die Hyänenbrunst sich in mir reckte; und in der unerhörten Intensität des wachsenden Tieres reintegrierte sich mein Gehirn.

Jetzt wusste ich genau, dass ich sie berühren musste; nur noch die Sanktion meines Gehirnes fehlte dazu.

Und mein Gehirn hatte Mitleid mit mir.

Ich erinnerte mich plötzlich, dass nach einer alten Sage auf dem Grunde des Totenauges der letzte Todeskampf zu sehen sei.

Das musste ich sehen, das große Lebensrätsel auf dem Grunde des Totenauges, die wüste Brautnacht, in der sich Tod und Leben paaren.

Ich hatte nur den einen Gedanken, der über mein Gehirn hinausging, der mit dem spitzen Ende in den Grund des Totenauges griff und dort mit dem andern Pol zusammenstieß; die Leitung war geschlossen. Ich fühlte Funken in mein Auge springen, deutliche, blassgrüne, elektrische Funken.

Die Drähte der Leitung brannten an den Polen ab, sie wurden immer kürzer, ich musste immer näher rücken; wie eine Pantherkatze schlich ich langsam an die Leiche heran, — ich war dicht an ihr.