Jetzt handelt sich’s nur darum: Was nun?
Aber im vollen Ernste: was nun? —
Und wenn es doch einen Gott gibt? Wenn die Seele unsterblich ist; und die katholische Kirche am Ende doch die alleinseligmachende Gnade verleihen kann?
Ja, ja, ja: die katholische Kirche! Die Allmutter, die Isis, der siebente Schöpfungstag des Geschlechtes mit den brünstigen Offenbarungen ihrer Schwangerschaftshysterie, der ins Jenseits ausgewachsene Pan-Uterus, der die ganze Welt umfängt und umtrieft mit seinen blutigen Flimmerfasern.
Und wenn die wahnsinnige sexuelle Sehnsucht kommt nach den ursprünglichsten Geschlechtsmysterien, wo man große Geheimnisse schaute, die verloren gegangen sind, Mysterien, die man noch vielleicht mit einem Monerenleib empfinden konnte, aber niemals mehr mit differenzierten Sinnesorganen: wo soll ich diese verzweifelte Sehnsucht austoben, wenn nicht in dem Schöpfungsakt der physiologischen Erinnerung an seine ersten Entwicklungsstadien, wenn nicht in der Gemütsorgie, die nur die Kirche geben kann, im mystischen Dunkel, in Weihrauchwolken, die alle Lebensfunktionen in der Sexualsphäre gipfeln lassen, in den barbarischen, übergewaltigen Orgeltonwogen, die das zarte moderne Gehirninstrument aus dem Gleichgewicht bringen, in der ganzen Umgebung, wo vier Kulturen aufeinander gepfropft und raffiniert-naiv aneinander gekittet sind.
Wie sich dann die Reduktion des Gehirnes allmählich vollzieht, wie das Gehirn extensiv wird, dass die Seele rast und an die Grenzen der epileptischen Starrsucht kommt!
Aber naiv, ganz naiv, ganz unbewusst müsste das genossen werden.
Die Epilepsie ist sonst da, die künstliche Fallsucht des modernen Geistes, aber es fehlt an der psychologischen Form, in der man sich als Einheitswesen empfindet, sich mit seinen körperlichen Äußerungen identifizieren kann.
Es fehlt der einheitliche Glaube.
Der Glaube an Charcot und der Glaube an die göttliche Weihe der Besessenheit —