der Glaube an Kant-Laplace und an die Erschaffung der Welt in sieben Tagen —
der Glaube an die Gotteskindschaft Christi und an die Weisheit Darwins und Strauß-Renan’s —
der Glaube an die unbefleckte Empfängnis Mariae und an die primitivsten Tatsachen der Embryologie —
nein! es geht nicht.
Es gibt keinen Ausweg.
Ekel ...
Wie zwei Gangränherde wachsen meine Impotenz und der intensive Ekel sich entgegen und begegnen sich in ihrem Zerstörungswerk.
Wie unterirdische Quellen, die aus unablässigen Regengüssen stammen, sickern sie unaufhörlich durch die tiefsten Schichten meiner Seele, alles auflösend, auslaugend, zerfressend.
Wie das brutale Licht der Mittsommersonne zersetzen sie mir, vergiften sie mir den Nährstoff der Erde, in der ich wurzle, und dörren mir das Chlorophyll aus allem, was diesem Boden entsprossen ist.
Und so wurde das Gold zu Kupfer entwertet und die schönsten Hoffnungen zerbröckelt und zertrümmert; die Gedanken verloren ihre Expansivkraft und sanken zu zusammenhanglosen Reflexen herab; die glück– und lebensreiche Welt der Dinge wurde zum wesenlosen, unbestimmten Symbol, grau in grau auf eine kalte Glaswand hingehaucht; das taghelle, sonnensatte Sehen zur kranken Halluzination, — und du — ja Du — du wurdest mir zu einer weiblichen Zentaurin mit Sphinxgesicht und struppigen Haaren, die dir tief in deine Stirn herabgewachsen sind, und mit den feinen Adelszügen meiner Mutter.