Es war mir, als ob jemand die Treppen heraufkäme.
Ich setzte mich hoch, und mit unsagbarem Entsetzen hört’ ich einen Riesenleib sich über berstende Treppen ächzend und keuchend heraufarbeiten. Ich hörte nur Krachen und Bersten und Ächzen, und plötzlich, mit einem Ruck, wurde die Tür aufgerissen, ein Teil der Wand flog weg, und herein trat ein wandelndes Lichtmeer; alles schwamm im Lichte, alles versank, floss zusammen, tauchte unter in dieser grässlichen Lichtatmosphäre.
Licht goss sich in meine Kehle, Licht brannte mir meine Finger auf, ich erstickte, ich ging unter in diesem Lichte.
Ich riss mich auf.
Deutlich sah ich sie vor mir, schlaftrunken streckte ich ihr beide Hände entgegen: nur eine Sekunde, nur ein Tausendstel einer Sekunde ihren Leib auf meinem fühlen! nur einen Hauch ihrer Körperwärme, nur von weitem, ein Vorüberstreifen nur, einen Hauch an mir entlang, einen Hauch von dieser fliederweichen, kühlen Körperwärme!
Meine Hände wollten qualvoll aus den Gelenken heraus.
Eine wüste Raserei befiel mich; ich grub mich mit den Nägeln in meinen Körper, ich schlug mit wütenden Fäusten gegen meinen Kopf:
O Gott, allmächtiger, barmherziger Gott!
Endlich wurd’ ich ruhiger, ich fing an laut zu sprechen; es war mir eine Freude, mich in dieser tauben Einsamkeit sprechen zu hören. Und ich flennte wie ein Kind, und winselte wie ein geschlagenes Tier, und bat und bat, und stürzte mich auf die Knie und rang die Hände, wild, wüst, krank.
— O komm, komm; lege Deine warmen, weichen Hände an mein Herz! O, sieh’, ich bin krank und brauche Liebe und Wärme; oh, komm, lege behutsam Deine weichen Hände um mein Herz.