Was für die klassische Dichtung ganz eigentümlich ist, das ist das Verstandesmäßige ihrer Produktion, es wurden nur geordnete Assoziationsreihen in rhytmischer Form repräsentiert, das Poetische beschränkt sich nur auf die rein formalen Denkgefühle, den Rhythmus, die Proportion und Harmonie. Ola Hansson selbst hat das Verhältnis der modernen Dichtung zur klassischen in seinen zwei kritischen Aufsätzen4 ganz trefflich ausgeführt.

Das ist auch das Gehirn des wissenschaftlichen, politischen und industriellen Mannes, freilich nur noch um ein Grad ärmer, weil es nicht einmal diese positiven Gefühlstöne zu produzieren vermag.

Alles nur viertel und halbe Gehirne, denen wir allerdings unsere Kultur verdanken. Freilich ist das nicht viel.

Deshalb wird diese Kultur, diese alte, zopfige, klassische Kultur überwunden, wie die letzten Ausläufer des halben Gehirnes: der Spencersche Positivismus und der höhere photographische Apparat, der objektive Naturalist, überwunden werden.

Und nun ist der neue Geist da und Hansson ist sein Träger, er ist der ausgeprägteste und differenzierteste Typus eines Untrennbaren, Einzigen, Unteilbaren, eines wahren Individuums.

Persönlichkeit und Individualität sind eins geworden, was an Eindrücken ins Gehirn hineingelangt, wird organisch, individuell, affektiv und lebenswarm. Der Umfang des Bewusstseins ist so enorm geworden, dass die flüchtigsten Vorgänge festgehalten werden kraft ihrer kolossalen Beziehungen zu anderen in der Sprache übersetzbaren Eindrücken; ein ganz schwach leuchtender Punkt bricht sich in tausend spiegelnden Ebenen, irgend ein schwacher harmonischer Oberton lässt alle zugehörigen Grundtöne erklingen und ein zerstreuter, irrender Lichtstrahl lässt sich bis zur Lichtquelle verfolgen.

Der frühere Mensch lebte mit zwei Herzen, die Verwachsung beider Herzbeuteln hatte nur morphologische Bedeutung, psychisch waren sie beide getrennt.

Das moderne Individuum fängt an nur mit einem Herzen zu leben, der Verstand bekommt Klangfarbe und organische Resonanz, und irgend ein affektiver Eindruck wird zu einer Vision.

Der frühere Mensch arbeitete mit Ideenassoziationen, wie sie sich nackt und klar aneinander reihten, er arbeitete mit „Dingen”, die er als etwas Objektives ansah, unter der falschen Voraussetzung, dass das Außen und Innen sich vollständig decken, dass das zentrale Bild von der Natur eins sei mit der Natur selbst.

Der neue Mensch arbeitet nur mit zentralen Gefühlseindrücken und mit Ideen, wie sie sich mit ihren Gefühlswerten assoziiert haben.