Aus der synthetischen Verschmelzung zweier Assoziationsweisen, der wissenschaftlichen, die Inhalte aneinander fügt, und der modernen die Dinge nach ihren Gefühlswerten assoziiert, erklärt sich die Forderung, die Hansson an die Dichtung stellt6, sie solle psychophysiologisch werden, sie solle die Persönlichkeit, wie sie sich in der Individualität widerspiegelt, das Persönliche durchsättigt vom Individuellen, zur Darstellung bringen, einen Gesichtseindruck durch seine organische Resonanz, ein Ding durch die Stimmung, welche es erzeugt, einen Außenvorgang durch den Gehirnvorgang übersetzen. —
Daher ist die Kunst Hanssons eine symbolische, die einzige, die diesen Namen voll und ganz verdient.
Symbolismus, das ist ein Stück Natur, transformiert in Nervenschwingungen, ein Stück Natur das sich nicht auf einen Gesichts–, einen Gehörseindruck, eine taktile Sensation beschränkt, sondern ein Eindruck, der bis in den Knotenpunkt aller Sinne herabfließt, um von hier aus das ganze Gehirn in Vibration zu versetzen.
Symbolismus das ist eine affektive Schwingung, die sich in Farben kleidet, in Töne einhüllt, Geschmackshalluzinationen in Szene setzt, auf die sexuelle Sphäre herüberströmt oder als nervöses Schütteln, ein Erbeben und Erzittern des ganzen Seins sich äußert und sich motorisch in Tonkorrelate umsetzt.
Symbolismus das ist das Weib, das zu einer geschwungenen Linie wird7, das Weib das sich in die Formen der Landschaft kleidet, und zum Geiste dieser Landschaft wird, zum Geiste, in welchem sich diese letztere objektiviert8.
Und diese große, makrokosmische, symbolische Dichtung ist die Novellensammlung: „Sensitiva amorosa.”
Sie ist der feinste, tiefste, intimste Ausdruck des neuen Geistes, der großen Synthese, der känogenetischen Entwicklungsstufe: Ola Hansson.
In ihr gipfelt die große Kunst Hanssons, sie ist der Objektpunkt, in welchem die homozentrischen Strahlenbündel, die sein Wesen ausstrahlt, sich sämtlich treffen, und nur aus diesem eigentümlichen Geiste heraus kann sie gewürdigt und verstanden werden. —
V
Wo ich in dem ersten Abschnitte, als ich über Parias sprach aufhörte, setze ich hier wiederum ein.