Dritte Scene.

Lisette. Sophie (tritt mit einem Licht aus ihrem Zimmer) Moltschálin (folgt ihr).

Sophie.

Lisette, welch ein Lärm! was fällt Dir ein?

Lisette.

Die Trennung scheint recht schwer zu sein,

Verschlossen bis zum Tag, und doch nicht zur Genüge!

Sophie.

Wahrhaftig, es ist Tag!

(Sie löscht das Licht aus) Der Tag

Erschien — und auch der Kummer! — — — ach!

Wie doch die Nächte schnell vergehn!

Lisette.

Nur zu, Sie mögen sich beklagen,

Allein, das muß ich Ihnen sagen,

Für einen Dritten ists nicht auszustehn!

Der alte Herr war da

Und ich war einer Ohnmacht nah,

Ich wandt’ mich hin und her

Und log ihm vor die Kreuz und Quer.

(Zu Moltschalin) Und Sie, was bleiben Sie denn noch?

So machen Sie Ihren Bückling doch

Nur schnelle!

Das Herz steht nicht an rechter Stelle!

So sehn Sie nach der Uhr! Sie glauben, daß ich spaße!

Die ganze Welt ist längst schon auf der Straße!

Im Haus ist Alles schon erwacht,

Man fegt, in Ordnung wird das Haus gebracht,

Und Sie, Sie stehn noch da wie angebunden!

Sophie.

Ach Glückliche — — die zählen nicht die Stunden!

Lisette.

Nur immer zu! Ei sicherlich

Ist’s angenehm, die Zeit sich zu versüßen;

Allein wer anders wohl als ich

Wird noch zuletzt für Alles büßen?

Sophie (zu Moltschálin).

So gehen Sie, wir müssen scheiden

Und einen ganzen Tag voll Langerweile leiden.

Lisette.

So lassen Sie die Hände doch nur fahren!

(sie trennt sie) Nun endlich, — laß uns Gott bewahren!

(Moltschálin geht ab; wie er bei der Mittelthür ist, öffnet sie sich und Famussoff tritt angekleidet herein, er bleibt stehn und sieht Moltschálin verwundert an.)