Der Neunerrath.

Es war keine kleine Vermehrung der Sorgen Wilhelm’s, daß in einem solchen Augenblicke seine Regierung durch diesen Austritt geschwächt würde. Er that indessen sein Möglichstes mit den ihm noch verbleibenden Kräften und wählte schließlich neun Mitglieder des Geheimen Raths, deren Rathschläge Marie befolgen sollte. Vier davon, Devonshire, Dorset, Monmouth und Eduard Russell, waren Whigs; die übrigen fünf, Caermarthen, Pembroke, Nottingham, Marlborough und Lowther, waren Tories.[135]

Wilhelm beschied die Neun in das Bureau des Staatssekretariats. Als sie hier versammelt waren, trat er mit der Königin ein, ersuchte sie, sich niederzusetzen und richtete einige ernste und gehaltvolle Worte an sie. „Es fehlt ihr an Erfahrung,” sagte er; „aber ich hoffe diesem Mangel abgeholfen zu haben, indem ich Sie zu ihren Rathgebern erwählt. Ich lege mein Königreich in Ihre Hände. Nichts von den äußeren wie von den inneren Angelegenheiten soll vor Ihnen geheim gehalten werden. Ich beschwöre Sie, umsichtig und einig zu sein.”[136] Privatim sagte er seiner Gemahlin, wie er über den Character der Neun dachte, und aus ihren Briefen an ihn läßt sich schließen, daß nur wenige darunter waren, denen er eine hohe Achtung bezeigte. Marlborough sollte ihr Rathgeber in militärischen Angelegenheiten sein und die Truppen in England commandiren. Russell, welcher Admiral der blauen Flagge war und zum Lohn für die Dienste, die er zur Zeit der Revolution geleistet, den einträglichen Posten des Schatzmeisters der Flotte erhalten hatte, eignete sich ganz zu ihrem Rathgeber in allen das Seewesen betreffenden Fragen. Caermarthen aber war ihr als Derjenige bezeichnet, auf den sie sich bei vorkommender Meinungsverschiedenheit hauptsächlich verlassen sollte. Caermarthen’s Scharfblick und Erfahrung waren unbestreitbar; seine Grundsätze waren allerdings locker; aber wenn es eine Person in der Welt gab, von der man annehmen durfte, daß er ihr treu sein werde, so war diese Person Marie. Er war seit langer Zeit ihr specieller Freund und Diener; er hatte sich durch das Zustandebringen ihrer Verbindung mit Wilhelm ihre Gunst in hohem Grade erworben und hatte in der Convention seinen Eifer für ihre Interessen bis zu einem Punkte getrieben, den sie selbst als das rechte Maß überschreitend getadelt hatte. Es war daher aller Grund zu der Hoffnung vorhanden, daß er ihr in dieser kritischen Zeitperiode mit aufrichtiger Ergebenheit dienen werde.[137]