Erbitterung der englischen Nation gegen die Franzosen.

In der Gazette de Paris erschien eine pomphafte Beschreibung der Expedition. In Wahrheit aber waren Tourville’s Thaten ruhmlos und noch weniger ruhmlos als unpolitisch gewesen. Der Schaden, den er zugefügt, stand in keinem Verhältniß zu dem Hasse, den er erweckt hatte. Bisher hatten die Jakobiten sich bemüht, die Nation zu überreden, daß die Franzosen als Freunde und Befreier kommen, strenge Mannszucht halten, die Tempel und Gebräuche der Landesreligion achten und wieder abziehen würden, sobald der holländische Despot vertrieben und die alte Verfassung des Reichs wiederhergestellt war. Der kurze Besuch Tourville’s an unsrer Küste hatte bewiesen, wie wenig man von Ludwig’s Soldaten eine solche Mäßigung erwarten durfte. Sie waren nur einige Stunden auf unsrer Insel gewesen und hatten nur wenige Acker Bodenfläche innegehabt. Aber in diesen wenigen Stunden und auf diesem kleinen Raume hatten sie die Verwüstung der Pfalz im Kleinen wiederholt. Das Geschehene wurde dem ganzen Königreiche viel schneller mitgetheilt als es durch Zeitungen und Neuigkeitsbriefe möglich gewesen wäre. Eine Bitte um Unterstützung der Bewohner von Teignmouth wurde in sämmtlichen zehntausend Kirchen des Landes verlesen. Keine Gemeinde konnte ohne schmerzliche Bewegung hören, daß die papistischen Raubhorden die Wohnungen friedlicher und bescheidener Landsleute zerstört, die Altäre des Herrn geschändet, das Evangelium und die Gebetbücher in Stücke zerrissen hatten. Eine Straße, welche von den Beiträgen der Mildthätigen auf der Stelle der von den Eingedrungenen zerstörten Wohnungen erbaut wurde, führt noch heute den Namen der französischen Straße.[51]

Das Geschrei des Unwillens gegen Diejenigen, von denen man mit gutem Grunde argwöhnte, daß sie den Feind aufgefordert hätten, eine Landung an unseren Küsten zu versuchen, war heftig und allgemein und wurde durch viele Stimmen verstärkt, welche noch kürzlich laut gegen Wilhelm’s Regierung gemurrt hatten. Die Frage hatte aufgehört eine Frage zwischen zwei Dynastien zu sein, und war eine Frage zwischen England und Frankreich geworden. Das nationale Gefühl war so stark, daß Eidverweigerer und Papisten es theilten oder sich wenigstens stellten als theilten sie es. Nicht lange nach der Einäscherung von Teignmouth legte Dryden ein Schauspiel mit einer höchst geistreichen, kunstvollen und beredten Widmung Halifax zu Füßen. Der Dichter gratulirte seinem Gönner, daß er sich aus den Stürmen des öffentlichen Lebens in einen ruhigen Hafen zurückgezogen, und pries in kräftiger und schöner Sprache das Glück des Staatsmannes, der das geräuschvolle Treiben des Staatsdienstes und den Ruhm der Rednerbühne mit philosophischen Studien und häuslichen Genüssen vertauschte. England dürfe sich nicht darüber beklagen, daß ihm Dienste entzogen würden, auf die es ein Recht habe. Selbst die strenge Zucht des alten Rom habe einem Soldaten gestattet, nach einer Reihe von Feldzügen um seine Entlassung zu bitten, und Halifax habe gewiß genug für sein Vaterland gethan, um das nämliche Recht beanspruchen zu dürfen. Aber der Dichter setzte hinzu, daß es einen Fall gegeben habe, in welchem der römische Veteran selbst nach seiner Entlassung seinen Schild und sein Pilum wieder ergreifen mußte, und dieser eine Fall war eine Invasion der Gallier. Daß ein Schriftsteller, der Jakob’s Gunst durch Apostasie erkauft hatte, der von Wilhelm’s Hofe verstoßen worden war, der ein größeres Interesse an der Restauration des exilirten Königshauses hatte als irgend ein andrer berufsmäßiger Schriftsteller, eine solche Sprache führte, ob aufrichtig oder unaufrichtig, ist gleich, dies ist ein Factum, welches uns überzeugen muß, daß der Entschluß, sich nie durch Fremdlinge unterjochen zu lassen, im Herzen des Volks feststand.[52]