Tyrconnel ist gegen die Vertheidigung von Limerick.
Tyrconnel war vollkommen unfähig, die Frage, über welche die Franzosen und die Irländer getheilter Meinung waren, zu entscheiden. Die einzigen militärischen Tugenden, die er jemals besessen, waren persönliche Tapferkeit und Geschicklichkeit im Gebrauche des Degens. Diese Eigenschaften hatten ihn in früherer Zeit befähigt, Nebenbuhler von den Thüren seiner Maitressen fern zu halten und bei Hahnenkämpfen und am Spieltische den Hektor zu spielen. Um aber über die Möglichkeit einer Vertheidigung von Limerick sich ein Urtheil zu bilden, dazu gehörte mehr. Wäre sein Blut noch so heiß gewesen wie in den Tagen, da er mit Grammont würfelte und dem alten Herzoge von Ormond den Hals zu brechen drohte, würde er wahrscheinlich dafür gestimmt haben, das Aeußerste zu wagen. Aber Alter, Mühen und Krankheit hatten von dem bramarbasirenden, polternden und rauflustigen Dick Talbot der Restauration wenig mehr übrig gelassen. Er war sehr schwach geworden und einer energischen Anstrengung nicht mehr fähig. Die französischen Offiziere erklärten ihn für gänzlich unwissend in der Kriegskunst. Sie hatten bemerkt, daß er am Boyne ganz bestürzt ausgesehen, unfähig selbst Anordnungen zu treffen, ja sogar unfähig, sich über die von Anderen gemachten Vorschläge zu entscheiden.[72] Die Niederlagen, welche seitdem rasch aufeinander gefolgt, waren nicht geeignet, die Lebenskraft eines so kläglich geschwächten Geistes wieder zu heben. Seine Gattin war mit den spärlichen Ueberresten seines einst großen Vermögens schon in Frankreich, er wünschte ihr dahin zu folgen, und daher stimmte er für das Aufgeben der Stadt.