Verhalten Shrewsbury’s.
Nichts ist für Diejenigen, welche gern die Falten des menschlichen Herzens studiren, interessanter als die Wirkung, welche die öffentliche Gefahr auf Shrewsbury hervorbrachte. Einen Augenblick war er wieder der Shrewsbury von 1688. Sein Character war, obwohl beklagenswerth unbeständig, doch nicht unedel, und der Gedanke, daß er durch entschlossenes Vorangehen in der Vertheidigung seines Vaterlandes in so gefahrvoller Krisis seinen großen Fehler wieder gut machen und sich wieder Achtung erwerben könne, verlieh seinem Körper und seinem Geiste neue Energie. Er hatte sich nach Epsom zurückgezogen, in der Hoffnung daß Ruhe und reine Luft einen heilsamen Einfluß auf seine erschütterte Gesundheit und auf seinen geschwächten Geist ausüben werde. Aber wenige Stunden nach dem Eintreffen der Nachricht von der Schlacht bei Beachy Head war er in Whitehall und bot der Königin seine Börse und seinen Degen an. Man hatte die Idee gehabt, die Flotte unter den Oberbefehl eines vornehmen Edelmanns zu stellen, dem zwei erfahrene Seeoffiziere als Rathgeber beigegeben werden sollten. Shrewsbury bat darum, daß er ernannt werden möchte, wenn ein solches Arrangement zu Stande käme. Das Interesse und die Ehre jedes Bewohners des Königreichs, sagte er, sei dabei betheiligt, den Feind nicht siegreich im Kanale umherfahren zu lassen, und er werde freudig sein Leben wagen, um den verlornen Ruhm der englischen Flagge wiederherzustellen.[158]
Sein Anerbieten wurde nicht angenommen. Ueberhaupt wurde der Plan, das Commando der Seemacht zwischen einem vornehmen Manne, der die Striche des Compasses nicht kannte, und zwei wettergebräunten alten Seeleuten, die vom Kajütenjungen bis zum Admiralsrange emporgestiegen waren, wohlweislich bei Seite gelegt. Dagegen wurden energische Anstrengungen gemacht, um die verbündeten Geschwader zum Dienste auszurüsten, und nichts unterlassen, was den natürlichen Groll der Holländer besänftigen konnte. Die Königin schickte ein Mitglied des Geheimen Raths mit einer speciellen Mission an die Generalstaaten ab. Er war der Ueberbringer eines Schreibens, in welchem sie den Muth von Evertsen’s tapferem Geschwader lobte. Sie versicherte ihnen, daß ihre Schiffe auf den englischen Werften ausgebessert und daß die verwundeten Holländer eben so sorgsam verpflegt werden sollten wie verwundete Engländer. Es wurde angekündigt, daß eine strenge Untersuchung der Ursachen der letzten Niederlage eingeleitet werden solle, und Torrington, der sich in der That damals nicht öffentlich hätte zeigen dürfen, wenn er sich nicht der Gefahr aussetzen wollte, in Stücken zerrissen zu werden, wurde in den Tower geschickt.[159]
Während der ersten drei Tage nach dem Eintreffen der Unglücksbotschaften von Beachy Head hatte London ein unheimliches und aufgeregtes Aussehen. Am vierten Tage aber war Alles verändert. Die Glocken läuteten, Flaggen wurden aufgezogen, in die Fenster wurden Lichter zu einer Illumination bereit gestellt, und die Leute in den Straßen schüttelten einander freudig die Hände. Es war an diesem Morgen ein Courier mit wichtigen Nachrichten aus Irland angekommen.
[Fußnoten.]
[1] „Halifax a eu une reprimande sévère publiquement dans le conseil par le Prince d’Orange pour avoir trop balancé.” — Avaux an De Croissy, Dublin, 16. (26.) Juni 1689. „Sein quecksilberartiger Geist,” sagt Burnet, II. 4., „vertrug sich nicht gut mit dem Phlegma des Königs.”
[2] Clarendon’s Diary, Oct. 10. 1689; Lords’ Journals, Oct. 19. 1689.
[3] Commons’ Journals, Oct. 24. 1689.
[4] Commons’ Journals, Nov. 2. 1689.
[5] Commons’ Journals Nov. 7. 19., Dec. 30. 1689. Es war damals Regel des Hauses, daß keine Petition gegen die Auflegung einer Steuer angenommen werden durfte. Diese Regel wurde nach einem sehr harten Kampf im Jahre 1842 aufgehoben. Die Petition der Juden wurde nicht angenommen und ist in den Protokollen nicht erwähnt. Etwas aber erfährt man darüber in N. Luttrell’s Diary und in Grey’s Debates unterm 19. Nov. 1689.
[6] Jakob sagt in der nämlichen Schrift, in der er zu beweisen versuchte, daß der Papst der Antichrist sei: „Ich für meine Person würde, wenn dies jetzt noch ein fraglicher Punkt wäre, von ganzem Herzen darein willigen, daß der Bischof von Rom den ersten Sitz habe.” Jakob schrieb einen interessanten Brief über diesen Gegenstand an Karl und Buckingham, als sie in Spanien waren. Heylyn sagt, als er von Laud’s Unterhandlung mit Rom spricht: „So daß also der Papst sich bei uns in England mit einer Priorität anstatt einer Superiorität über die Bischöfe, und mit einem Primat anstatt einem Supremat in denjenigen Theilen des Christenthums begnügen sollte, welche meiner Ansicht nach kein Mann von Bildung und Mäßigung ihm zuzugestehen sich gesträubt haben würde.”
[7] Stat. 1 W. & M. sess. 2. c. 2.
[8] Treasury Minute Book, Nov. 3. 1689.
[9] Commons’ Journals und Grey’s Debates, Nov. 13. 14. 18. 19. 23. 28. 1689.
[10] Commons’ Journals und Grey’s Debates, Nov. 26. 27. 1689.
[11] Commons’ Journals, Nov. 28., Dec. 2. 1689.
[12] Commons’ Journals und Grey’s Debates, Nov. 30., Dec. 2. 1689.
[13] London Gazette, Sept. 2. 1689.; Observations upon Mr. Walker’s Account of the Siege of Londonderry, licensed Oct. 4. 1689; Narcissus Luttrell’s Diary; Mr. J. Mackenzie’s Narrative a False Libel, a Defence of Mr. G. Walker written by his Friend in his Absence, 1690.
[14] Walker’s True Account, 1689; An Apology for the Failures charged on the True Account, 1689; Reflections on the Apology, 1689; A Vindication of the True Account by Walker, 1689; Mackenzie’s Narrative, 1690; Mr. Mackenzie’s Narrative a False Libel, 1690; Dr. Walker’s Invisible Champion foyled by Mackenzie, 1690; Welwood’s Mercurius Reformatus, Dec. 4. 11. 1689. Der oxforder Herausgeber von Burnet’s Geschichte äußert sein Erstaunen über das Stillschweigen, das der Bischof in Bezug auf Walker beobachtet. In dem Burnet’schen Manuscript, Harl. 6584. befindet sich eine warme Lobrede auf Walker. Warum diese nicht in der Geschichte vorkommt, vermag ich nicht zu sagen.
[15] Commons’ Journals Nov. 18. 19. 1689 und Grey’s Debates.
[16] Wade’s Confession, Harl. MS. 6845.
[17] Siehe die Vorrede zur ersten Ausgabe seiner Memoiren, Vevay, 1698.
[18] „Oberst Ludlow, ein alter Oliverianer und einer von den Richtern Karl’s I., ist kürzlich aus der Schweiz in diesem Königreiche angelangt.” Narcissus Luttrell’s Diary, Septbr. 1689.
[19] Third Caveat against the Whigs, 1702.
[20] Commons’ Journals Nov. 6. 8. 1689.; Grey’s Debates; London Gazette, Nov. 18.
[21] „Omnia solum forti patria, quia patris.” Siehe Addison’s Travels. Es ist ein bemerkenswerther Umstand, daß Addison, obgleich ein Whig, von Ludlow in einem Tone spricht, der sich besser für einen Tory geziemt haben würde, und über die Inschrift als scheinheiliges Geschwätz spottet.
[22] Commons’ Journals, Nov. 1. 7. 1689.
[23] Roger North’s Life of Dudley North.
[24] Commons’ Journals, Oct. 26. 1689.
[25] Lords’ Journals, Oct. 26, 27. 1689.
[26] Commons’ Journals Oct. 26. 1689.
[27] Commons’ Journals, Oct. 26. 1689; Wood’s Athenae Oxonienses; Dodd’s Church History VIII. II. 3.
[28] Commons’ Journals, Oct 28. 1689; die Prozeßverhandlungen findet man in der Collection of State Trials.
[29] Lords Journals, Nov. 2. 6. 1689.
[30] Lords’ Journals, Dec. 20. 1689; Life of Dudley North.
[31] Der Bericht befindet sich in den Protokollen der Lords vom 20. Dec. 1689. Hampden’s Vernehmung fand am 18. Nov. statt.
[32] Dies geht meiner Ansicht nach klar hervor aus einem Briefe von Lady Montague an Lady Russell, datirt vom 23. Dec. 1689, drei Tage nach der Berichterstattung des Mordausschusses.
[33] Commons’ Journals, Dec. 14. 1689; Grey’s Debates; Boyer’s Life of William.
[34] Commons’ Journals, Dec. 21; Grey’s Debates; Oldmixon.
[35] Commons’ Journals, Jan. 2. 1689/90.
[36] So müssen, wie ich glaube, einige bedeutsame Worte in einem Briefe verstanden werden, den Wilhelm den Tag nach Sacheverell’s kühnem und unerwarteten Antrage an Portland schrieb. Wilhelm berechnet die Summe der Geldbewilligungen und sagt dann: „S’il n’y mettent des conditions que vous savez, c’est une bonne affaire: mais les Wigges sont si glorieux d’avoir vaincu qu’ils entreprendront tout.”
[37] „Da die Autorität des Präsidentenstuhls, die Achtung und Ehrfurcht vor der Ordnung und das geziemende Verfahren bei der Debatte durch das ordnungswidrige und tumultuarische Benehmen des Hauses unwiederbringlich verloren sind.” Sir J. Trevor an den König, im Anhange zu Dalrymple’s Memoiren, II. Thl. 4. Buch.
[38] Commons’ Journals, Jan. 18. 1689/90. Ich habe mein Möglichstes gethan, um aus sehr lückenhaften Materialien einen Bericht über diesen Kampf zusammenzustellen. Burnet’s Erzählung enthält mehr Irrthümer als Seiten. Er verließ sich offenbar auf sein Gedächtniß, und dieses war ihm völlig untreu. Meine Hauptautoritäten sind die Protokolle; Grey’s Debatten; Wilhelm’s Briefe an Portland; die Depeschen Van Citters’; A Letter concerning the Disabling Clauses, lately offered to the House of Commons, for regulating Corporations, 1690; The True Friends to Corporations vindicated, in an answer to a letter concerning the Disabling Clauses, 1690; und Some Queries concerning the Election of Members for the ensuing Parliament 1690. Letzterem Pamphlet ist eine Liste Derer angehängt, welche für Sacheverell’s Klausel stimmten. Siehe auch Clarendon’s Diary, Jan. 10. 1689/90, und den dritten Theil des Caveat against the Whigs, 1712. Wilhelm’s Brief vom 10. Januar schließt folgendermaßen. (Es war erst die Nachricht von der ersten Abstimmung nach Kensington gelangt.) „Il est à présent onze eures de nuit, et à dix eures la Chambre Basse estoit encore ensemble. Ainsi je ne vous puis escrire par cette ordinaire l’issue de l’affaire. Les previos questions les Tories l’ont emporté de cinq vois. Ainsi vous pouvez voir que la chose est bien disputée. J’ay si grand somiel, et mon toux m’incomode que je ne vous en saurez dire davantage. Jusques à mourir à vous.”
In der nämlichen Nacht schrieb Van Citters an die Generalstaaten. Er sagt die Debatte sei sehr heiß gewesen. Die Absicht der Whigs, die er die Presbyterianer nennt, habe in nichts Geringerem bestanden, als ihre Gegner von allen Aemtern auszuschließen und sich in den ausschließlichen Besitz der Macht zu bringen.
[39] Commons’ Journals, Jan. 11. 1689/90.
[40] Narcissus Luttrell’s Diary, Jan. 16. 1690; Van Citters an die Generalstaaten, 21. (31.) Januar.
[41] Commons’ Journals, Jan. 16. 1689/90.
[42] Roger North’s Life of Guildford.
[43] Siehe den Bericht über den Prozeß in der Collection of State Trials.
[44] Commons’ Journals, Jan. 20. 1689/90; Grey’s Debates, Jan. 18. 20.
[45] Commons’ Journals, Jan. 21. 1689/90. An dem nämlichen Tage schrieb Wilhelm von Kensington an Portland: „C’est aujourd’hui le grand jour à l’éguard du Bill of Indemnité. Selon tout ce que je puis aprendre, il y aura beaucoup de chaleur, et rien déterminer; et de la manière que la chose est entourré, il n’y a point d’aparence que cette affaire viene à aucune conclusion. Et ainsi il se pouroit que la cession fast fort courte; n’ayant plus d’argent à espérer; et les esprits s’aigrissent l’un contre l’autre de plus en plus.” Drei Tage später schrieb Van Citters an die Generalstaaten, daß die Aufregung wegen der Indemnitätsbill sehr groß sei.
[46] Burnet II. 39; Handschriftliches Memoir von dem ersten Lord Lonsdale unter den Mackintosh Papers.
[47] Burnet II. 40.
[48] Narcissus Luttrell’s Diary, Januar, Februar.
[49] Wilhelm an Portland, 10. (20.) Jan. 1690. „Les Wiges ont peur de me perdre trop tost, avant qu’ils n’ayent fait avec moi ce qu’ils veulent: car, pour leur amitié, vous savez ce qu’il y a à compter là-dessus en ce pays icy.”
14. (24.) Jan. — „Me voilà le plus embarassé du monde, ne sachant quel parti prendre, estant toujours persuadé que, sans que j’aille en Irlande, l’on n’y faira rien qui vaille. Pour avoir du conseil en cette affaire, je n’en ay point à attendre, personne n’ausant dire ses sentimens. Et l’on commence déjà à dire ouvertement que ce sont des traitres qui m’ont conseillé de prendre cette résolution.”
21. (31.) Jan. „Je n’ay encore rien dit,” — dem Parlamente, meint er, — „de mon voyage pour l’Irlande. Et je ne suis point encore déterminé si j’en parlerez, mais je crains que nonobstant j’aurez une adresse pour n’y point aller; ce qui m’embarasserez beaucoup, puis que c’est une nécessité absolue que j’y aille.”
[50] Wilhelm an Portland, 28. Jan. (7. Febr.) 1690. Van Citters an die Generalstaaten von dem nämlichen Tage; Evelyn’s Diary; Lords’ Journals, Jan. 27. Ich will Wilhelm’s eigene Worte anführen: „Vous voirez mon harangue imprimée: ainsi je ne vous en direz rien. Et pour les raisons qui m’y ont obligé je les reserverez à vous les dire jusques à vostre retour. Il semble que les Tories en sont bien aise, mais point les Wiggs. Ils estoient tous fort surpris quand je leur parlois, n’ayant communiqué mon dessin qu’à une seule personne. Je vis de visages long comme une aune, changé de couleur vingt fois pendant que je parlois. Tous ces particularités jusques à vostre heureux retour.”
[51] Evelyn’s Diary; Clarendon’s Diary, Feb. 9. 1690; Van Citters an die Generalstaaten 31. Jan. (10. Febr.); Lonsdale-Manuscript, citirt von Dalrymple.
[52] Narcissus Luttrell’s Diary.
[53] Clarendon’s Diary, Febr. 11. 1690.
[54] Van Citters an die Generalstaaten, 14. (24.) Febr. 1690; Evelyn’s Diary.
[55] Wilhelm an Portland, 28. Febr. (10. März) 1690; Van Citters an die Generalstaaten, 4. (14.) März; Narcissus Luttrell’s Diary.
[56] Van Citters, 11. (21.) März; 1689/90; Narcissus Luttrell’s Diary.
[57] Van Citters an die Generalstaaten 11. (21.) März 1689/90.
[58] Die Stimmen waren: für Sawyer 165, für Finch 141, für Bennet, von dem ich vermuthe, daß er ein Whig war, 87. An der Universität giebt jeder Abstimmende sein Votum schriftlich ab. Eines der bei dieser Gelegenheit abgegebenen Voten lautete: „Henricus Jenkes, ex amore justitiae, eligit virum consultissimum Robertum Sawyer.”
[59] Van Citters an die Generalstaaten, 18. (28.) März 1690.
[60] Es ist ergötzlich, wie ausländische Tagesschriftsteller, welche den wirklichen Zustand der Dinge in England nicht kannten, die Wichtigkeit Johann Hampden’s, dessen Namen sie nicht einmal richtig schreiben konnten, übertrieben. In einem französischen Gespräch zwischen Wilhelm und dem Schatten Monmouth’s sagt Wilhelm: „Entre ces membres de la Chambre Basse étoit con certain homme hardy, opiniâtre et zélé à l’excès pour sa créance; on l’appelle Embden également dangereux par son esprit et par son crédit ... Je ne trouvay point de chemin plus court pour me délivrer de cette traverse que de casser le parlement, en convoquer un autre, et empescher que cet homme, qui me faisoit tant d’ombrages, ne fust nommé pour un des deputez au nouvel parlement.” — „Ainsi,” sagt hierauf der Geist, „cette cassation de Parlament qui a fait tant de bruit et a produit tant de raisonnemens et de spéculations, n’estoit que pour exclure Embden. Mais s’il estoit si adroit et si zélé, comment as-tu pu trouver le moyen de le faire exclure du nombre des deputez?” Auf diese sehr verständige Frage antwortet der König: „Il m’a fallu faire d’étranges manoeuvres pour en venir à bout.” — L’Ombre de Monmouth, 1690.
[61] „A présent tout dépendra d’un bon succès en Irlande, et à quoy il faut que je m’aplique entièrement pour régler le mieux que je puis toutte chose ... Je vous asseure que je n’ay pas peu sur les bras, estant aussi mal assisté que je suis.” Wilhelm an Portland, 28. Jan. (7. Febr.) 1690.
[62] Van Citters, 14. (24.) Febr. 1689/90, Memoir of the Earl of Chesterfield, by himself; Halifax an Chesterfield, 6. Febr.; Chesterfield an Halifax, 8. Febr. Der Herausgeber der Briefe des zweiten Earls von Chesterfield hat sich im Datum dieser Correspondenz um ein Jahr geirrt, weil er die Veränderung der Zeitrechnung nicht beachtete.
[63] Van Citters an die Generalstaaten, 11. (21.) Febr. 1690.
[64] Eine sonderbare Eigenthümlichkeit seiner Constitution wird in einer wenige Monate nach seinem Tode erschienenen Schilderung von ihm erwähnt. Siehe das Werk betitelt: „Lives and Characters of the most Illustrious Persons, British and Foreign, who died in the year 1712.”
[65] Monmouth’s Pension und das gute Einvernehmen zwischen ihm und dem Hofe werden in einem Briefe von einem jakobitischen Agenten in England erwähnt, der sich in den Archiven des französischen Kriegsministeriums befindet. Er ist datirt vom 8. (18.) April 1690.
[66] Die Schenkungen von Grundeigenthum, welche Delamere erhielt, werden von Narcissus Luttrell erwähnt. Aus dem Briefbuche des Schatzamts geht hervor, daß Delamere auch nach seinem Rücktritt noch beständig die Regierung um Geld anging. Bezüglich seines allgemeinen Characters darf man sich nicht auf die Schilderungen der Satyriker verlassen. Seine eigenen Schriften aber sowie die Eingeständnisse des Geistlichen, der seine Grabrede hielt, beweisen, daß sein Character nicht der sanfteste war. Clarendon bemerkt (17. Dec. 1688), daß eine Kleinigkeit hinreichte, um Lord Delamere aufzubringen. In einem Gedicht, betitelt: The King of Hearts, wird Delamere geschildert als
„Nie zufrieden, selbst wenn Andren vorgezogen.”
Sein Gedicht bot der Satyre Stoff:
„Sein Blick verräth ein schwaches Hirn,
Es thront der blasse Neid auf seiner Stirn.”
[67] Ich habe mein Urtheil über Lowther hauptsächlich nach zwei von ihm verfaßten Abhandlungen gebildet, von denen die eine zwar gedruckt, meines Wissens aber nicht in den Buchhandel gekommen ist. Eine Copie der andren befindet sich unter den Mackintosh-Handschriften. Einiges habe ich auch gleichzeitigen Satyren entlehnt. Daß Lowther nur zu bereitwillig war, sein Leben in Zweikämpfen aufs Spiel zu setzen, wird durch die Thatsache genügend bewiesen, daß er, als er erster Lord des Schatzes war, die Herausforderung eines Zollbeamten annahm, den er abgesetzt hatte. Es fand ein Zweikampf statt und Lowther wurde schwer verwundet. Der Vorfall ist in Luttrell’s Tagebuche vom April 1690 erwähnt.
[68] Burnet II. 76.
[69] Roger North’s Life of Guildford.
[70] Bis einige Jahre nach dieser Zeit war immer das vornehmste Mitglied des Staatsraths erster Lord des Schatzes. So nahmen Monmouth, Delamere und Godolphin ihre Stellen nach der Rangordnung ein, in der sie als Peers standen.
[71] Die Dedication wurde jedoch für zu überschwenglich gehalten. „Das Einzige,” pflegte Pope zu sagen, „was er seinem philosophischen Meister nie vergeben konnte, war die Widmung zu dem Essay.” — Ruffhead’s Life of Pope.
[72] Van Citters an die Generalstaaten, 23. April (5. Mai) 1690; Narcissus Luttrell’s Diary; Treasury Letter Book, Feb. 4. 1689/90.
[73] Dieser Dialogue between a Lord Lieutenant and his Deputies findet sich nicht in der Sammlung von Warrington’s Schriften, welche im Jahre 1694 wie es scheint mit Genehmigung seiner Familie erschien.
[74] Van Citters an die Generalstaaten 18. (28.) März, 4. (14.) April 1690; Narcissus Luttrell’s Diary; Burnet II. 72.; The Triennial Mayor, or the Rapparees, a Poem, 1691. Der Dichter sagt von einem der neuen Civilbeamten:
Sein Anspruch auf Gewissen muß wohl schwinden,
Da seinen Namen wir in einer blut’gen Jury finden
Die einen Publius erwürgt wie einen Schurken.
[75] Treasury Minute Book, Feb. 5. 1689/90.
[76] Van Citters, 11. (21.) Febr., 14. (24.) März, 18. (28.) März 1690.
[77] Van Citters, 14. (24.) März; 1690. Die Predigt ist noch vorhanden. Sie wurde in der Bowkirche vor dem Collegium der Aldermen gehalten.
[78] Welwood’s Mercurius Reformatus, Febr. 12. 1690.
[79] Commons Journals’, March 20, 21, 22. 1689/90.
[80] Commons Journals’, March 28. 1690, March 1, 20. 1688/89.
[81] Grey’s Debates, March 27, 28. 1690.
[82] Commons’ Journals, March 28. 1690. Einen sehr klaren und genauen Bericht über die Art und Weise, wie das Einkommen festgestellt wurde, übersandte Van Citters unterm 7, (17.) April 1690 den Generalstaaten.
[83] Burnet II. 43.
[84] In einem damaligen Spottgedicht kommen folgende Zeilen vor:
O glücklich Paar, in ihrem Leben
Wird’s keine Spur von Zwietracht geben;
Ihr Seelenheil verkaufen sie zur Stelle,
Lohnt Geldgewinn dafür, der Hölle.
The Female Nine, 1690.
[85] Swift erwähnt den Mangel an Gastfreundschaft und Prunk in ihrem Haushalte. Journal to Stella, Aug. 8. 1711.
[86] The Duchess of Marlborough’s Vindication. Die Herzogin war jedoch eine so freche Lügnerin, daß man ihr nicht glauben darf, außer wenn sie sich selbst anklagt.
[87] Siehe The Female Nine.
[88] The Duchess of Marlborough’s Vindication. Mit der gewohnheitsmäßigen Ungenauigkeit, die es selbst da wo sie gar keinen Grund zu lügen hat, nothwendig macht, jedes von ihr geschriebene Wort mit Argwohn zu lesen, creirt sie Shrewsbury zum Herzog und titulirt ihn „Ew. Gnaden.” Er wurde erst 1694 zum Herzog ernannt.
[89] Commons’ Journals, Dec. 17. 18. 1689.
[90] Duchess of Marlborough’s Vindication.
[91] Van Citters, 8. (18.) April 1690.
[92] Van Citters, 8. (18.) April; Narcissus Luttrell’s Diary.
[93] Lord’s Journals, April 8. 10. 1690; Burnet II. 41.
[94] Van Citters, 25. April (5. Mai) 1690.
[95] Commons’ Journals, April 8. 9. 1690; Grey’s Debates; Burnet II. 42. Van Citters erwähnt in einem Briefe vom 8., daß man einen heißen Kampf im Unterhause erwarte.
[96] Commons’ Journals, April 24. 1690; Grey’s Debates.
[97] Commons’ Journals, April 24, 25, 26; Grey’s Debates; Narcissus Luttrell’s Diary. Narcissus ist ungewöhnlich entrüstet. Er nennt die Bill „einen arglistigen Streich der Fanatiker, die Bischöfe und die meisten Geistlichen der englischen Kirche zu vertreiben.” In einem whiggistischen Pasquill betitelt: „A speech intended to have been spoken on the Triennial Bill on Jan. 28. 1692/93”, heißt es vom Könige, er sei höchst ungehalten über die Abschwörungsbill gewesen.
[98] Lords’ Journals, May 1. 1690. Diese Bill befindet sich in den Archiven des Hauses der Lords. Burnet verwechselt sie mit der Bill, welche die Gemeinen in der vorhergehenden Woche verworfen hatten. Ralph, der wohl sah, daß Burnet einen Fehler gemacht, aber nicht merkte, wo der Fehler lag, machte bei dem Versuche, denselben zu verbessern, noch mehrere andere dazu, und der Oxforder Herausgeber des Burnet ist durch Ralph confus geworden.
[99] Lords’ Journals, May 2., 3. 1690; Van Citters vom 2. Mai; Narcissus Luttrell’s Diary; Burnet II. 44 und Dartmouth’s Note. Die von dem Ausschusse vorgenommenen Abänderungen kann man an der Bill selbst in den Archiven des Oberhauses sehen.
[100] Diese Unterschiede wurden seiner Zeit viel besprochen. Van Citters, 20. (30.) Mai 1690.
[101] Stat. W. & M. sess. I. c. 10.
[102] Roger North war einer von den vielen Mißvergnügten, welche nicht müde wurden, diese Saite anzuschlagen.
[103] Stat. 2. W. & M. sess. 1. c. 6; Grey’s Debates, April 29., May 1., 5., 6., 7., 1690.
[104] Story’s Impartial History; Narcissus Luttrell’s Diary.
[105] Avaux, 15. (25.) Jan. 1690.
[106] Macariae Excidium. Dieses höchst interessante Werk ist unlängst mit großer Sorgfalt und großem Fleiße von Mr. O’Callaghan herausgegeben worden. Ich verdanke seiner Gelehrsamkeit und seinem Fleiße so viel, daß ich sehr gern die nationale Parteilichkeit entschuldige, welche zuweilen, wie mir scheint, seinem Urtheile eine falsche Richtung giebt. Wenn ich das Macariae Excidium anführe, so führe ich stets den lateinischen Text an. Die englische Lesart ist meiner Ueberzeugung nach nichts als eine Uebersetzung aus dem Lateinischen, und zwar eine sehr nachlässige und unvollständige Uebersetzung.
[107] Avaux, 14. (24.) Nov. 1689.
[108] Louvois schreibt an Avaux unterm 26. Dec. (5. Jan.) 1689/90: „Comme le Roy a veu par vos lettres que le Roy d’Angleterre craignoit de manquer de cuivre pour faire de la monnoye, Sa Majesté a donné ordre qu’on mist sur le bastiment qui portera cette lettre une pièce de canon du calibre de deux qui est éventée, de laquelle ceux qui travaillent à la monnoye du Roy d’Angleterre pourront se servir pour continuer à faire de la monnoye.”
[109] Louvois an Avaux, 1. (11.) Nov. 1689. Aus den Listen im französischen Kriegsministerium geht hervor, daß die Zahl der Truppen, welche Ludwig nach Irland schickte, sich auf siebentausendzweihunderteinundneunzig Mann aller Grade belief. Im französischen Kriegsministerium befindet sich ein Brief vom Marschall d’Estrées, der die vier irischen Regimenter bald nach ihrer Landung in Brest sah. Er schildert sie als „mal chaussés, mal vêtus, et n’ayant point d’uniforme dans leurs habits, si ce n’est qu’ils sont tous fort mauvais.” Ein sehr genauer Bericht über Macarthy’s Wortbruch findet sich in Mr. O’Callaghan’s History of the Irish Brigades. Ich muß bedauern, daß ein Schriftsteller, dem ich so viel verdanke, ein Benehmen zu vertheidigen sucht, das nach seiner eigenen Darstellung desselben im höchsten Grade ehrlos war.
[110] Lauzun an Louvois, 28. Mai (7. Juni) und 16. (26.) Juni 1690 im französischen Kriegsministerium.
[111] Siehe die späteren Briefe von Avaux.
[112] Avaux an Louvois, 14. (24.) März 1690; Lauzun an Louvois, 23. März (3. April).
[113] Story’s Impartial History; Lauzun an Louvois, 20. (30.) Mai 1690.
[114] Lauzun an Louvois, 28. Mai (7. Juni) 1690.
[115] Lauzun an Louvois, 2. (12.) April, 10. (20.) Mai 1690. La Hoguette, der den Rang eines Maréchal de Camp bekleidete, schrieb um die nämliche Zeit in demselben Sinne an Louvois.
[116] „La politique des Anglois a été de tenir ces peuples cy comme des esclaves, et si bas qu’il ne leur estoit pas permis d’apprendre à lire et à écrire. Cela les a rendu si bestes qu’ils n’ont presque point d’humanité. Rien ne les esmeut. Ils sont peu sensibles à l’honneur; et les menaces ne les estonnent point. L’interest même ne les peut engager au travail. Ce sont pourtant les gens du monde les mieux faites.” Desgrigny an Louvois, 27. Mai (6. Juni) 1690.
[117] Siehe Melfort’s Briefe an Jakob, geschrieben im October 1689. Sie befinden sich unter den Nairne Papers und wurden von Macpherson gedruckt.
[118] Life of James, II. 443. 450; Prozesse Ashton’s und Preston’s.
[119] Avaux schrieb unterm 5. Juni 1689 folgendermaßen an Ludwig: „Il nous est venu des nouvelles assez considérables d’Angleterre et d’Escosse. Je me donne l’honneur d’en envoyer des mémoires à vostre Majesté, tels que je les ay receus du Roy de la Grande Bretagne. Le commencement des nouvelles dattées d’Angleterre est la copie d’une lettre de M. Pen, que j’ay veue en original.” Das Mémoire des Nouvelles d’Angleterre et d’Escosse, das mit dieser Depesche eingesandt wurde, beginnt mit folgenden Sätzen, welche Penn’s Briefen entnommen sein müssen: „Le Prince d’Orange commence d’estre fort dégoutté de l’humeur des Anglois; et la face des choses change bien viste, selon la nature des insulaires; et sa santé est fort mauvaise. Il y a un nuage qui commence à se former au nord des deux royaumes, où le Roy a beaucoup d’amis, ce qui donne beaucoup d’inquiétude au principaux amis du Prince d’Orange, qui, estant riches, commencent à estre persuadez que ce sera l’espée qui décidera de leur sort, ce qu’ils ont tant taché d’éviter. Ils appréhendent une invasion d’Irlande et de France; et en ce cas le Roy aura plus d’amis que jamais.”
[120] „Le bon effet, Sire, que ces lettres d’Escosse et d’Angleterre ont produit, est qu’elles ont enfin persuadé le Roy d’Angleterre qu’il ne recouvrera ses estats que les armes à la main; et ce n’est pas peu de l’en avoir convaincu.”
[121] Van Citters an die Generalstaaten 1. (11.) März 1689; Van Citters nennt Penn „den bekenden Archquaker.”
[122] Siehe seinen Prozeß in der Collection of State Trials, und die Protokolle der Lords vom 11. 12. und 27. Nov. 1689.
[123] Eine Sendung von zweitausend Pistolen ist in einem Schreiben von Croissy an Avaux vom 16. (26.) Febr. 1689 erwähnt. Jakob befiehlt Preston in einem vom 26. Jan. 1689 datirten Briefe, sich noch immer, trotz Melfort’s Ernennung, als Staatssekretär zu betrachten.
[124] Narcissus Luttrell’s Diary; Commons’ Journals, May 14., 15., 20. 1690. Kingston’s True History, 1697.
[125] „The Whole Life of Mr. William Fuller, being an Impartial Account of his Birth, Education, Relations and Introduction into the Service of the late King James and his Queen, together with a True Discovery of the Intrigues for which he lies now confined; as also of the Persons that employed and assisted him therein, with his Hearty Repentance for the Misdemeanours he did in the late Reign, and all others whom he hath injured; impartially writ by Himself during his Confinement in the Queen’s Bench, 1703.” Ich werde dieses Buch natürlich mit Vorsicht benutzen.
[126] Fuller’s Life of himself.
[127] Clarendon’s Diary, March 6, 1690; Narcissus Luttrell’s Diary.
[128] Clarendon’s Diary, May 10. 1690.
[129] Er schrieb an Portland: „Je plains la povre reine, qui est en des terribles afflictions.”
[130] Siehe die Briefe Shrewsbury’s in Coxe’s Correspondenz, Theil I. Kap. 1.
[131] Daß Lady Shrewsbury eine Jakobitin war und ihr Möglichstes that, um auch ihren Sohn zu einem solchen zu machen, geht mit Gewißheit aus einer Schrift Lloyd’s vom Mai 1694 hervor, die sich unter den Nairne’schen Manuscripten befindet und von Macpherson abgedruckt wurde.
[132] Dies wird durch einige Worte in einer Schrift bewiesen, welche Jakob im November 1692 der französischen Regierung vorlegte. „Il y a,” sagt er, „le Comte de Shrusbery, qui, étant Secrétaire d’Etat du Prince d’Orange, s’est défait de sa charge par mon ordre.” Eine Copie dieser höchst werthvollen Schrift befindet sich in den Archiven des französischen Kriegsministeriums, eine andre unter den Nairne’schen Manuscripten in der Bodlejanischen Bibliothek. Eine englische Uebersetzung findet man in Macpherson’s Sammlung.
[133] Burnet II. 45.
[134] Shrewsbury an Somers, 22. Sept. 1697.
[135] Unter den State Poems (vol. II. p. 211.) findet sich ein Gedicht, dem ein unwissender Herausgeber den Titel gegeben hat: „A Satyr written when the K— went to Flanders and left nine Lords Justices.” Ich habe eine augenscheinlich gleichzeitige Abschrift von dieser Satyre mit der Jahrzahl 1690. Es springt in der That auf den ersten Blick in die Augen, daß die neun Personen, welche den Gegenstand der Satyre bilden, die neun Mitglieder des inneren Raths sind, welche Wilhelm ernannte, um Marien zu unterstützen, als er nach Irland ging. Einige von ihnen waren niemals Lords Justices.
[136] Aus einer von Lowther geschriebenen Erzählung, die sich unter den Mackintosh-Manuscripten befindet.
[137] Siehe Mariens Briefe an Wilhelm, veröffentlicht von Dalrymple.
[138] Clarendon’s Diary, May 30. 1690.
[139] Gerhard Croese.
[140] Burnet II. 46.
[141] The Duchess of Marlborough’s Vindication.
[142] London Gazette vom 5., 12., 16. Juni 1690; Hop an die Generalstaaten aus Chester vom 9. (19.) Juni. Hop begleitete Wilhelm als Gesandter der Generalstaaten nach Irland.
[143] Clarendon’s Diary, June 7., 12. 1690; Narcissus Luttrell’s Diary; Baden, der holländische Legationssekretär an Van Citters, 10. (20.) Juni, Fuller’s Life of himself; Welwood’s Mercurius Reformatus, June 11. 1690.
[144] Clarendon’s Diary, June 8. 1690.
[145] Clarendon’s Diary, June 10.
[146] Baden an Van Citters, 20. (30.) Juni 1690; Clarendon’s Diary, June 19.; Narcissus Luttrell’s Diary.
[147] Clarendon’s Diary, June 25.
[148] Narcissus Luttrell’s Diary.
[149] Memoiren Saint-Simons.
[150] London Gazette, 26. Juni 1690; Baden an Van Citters, 24. Juni (4. Juli).
[151] Marie an Wilhelm, 26. Juni 1690; Clarendon’s Diary von demselben Datum; Narcissus Luttrell’s Diary.
[152] Marie an Wilhelm, 28. Juni und 2. Juli 1690.
[153] Bericht der Commission der Admiralität an die Königin, datirt aus Sheerneß vom 18. Juli 1690; Aussagen der Kapitains Cornwall, Jones, Martin und Hubbard, und des Viceadmirals Delaval; Burnet II. 52, und Sprecher Onslow’s Note; Mémoires du Maréchal de Tourville; Memoirs of Transactions at Sea by Josiah Burchett Esq., Secretary to the Admiralty, 1703; London Gazette, July 3.; Historical and Political Mercury for July 1690; Marie an Wilhelm vom 2. Juli; Torrington an Caermarthen, 1. Juli. Den Bericht über die Schlacht in der Pariser Gazette vom 15. Juli 1690 kann man nicht ohne Beschämung lesen: „On a sceu que les Hollandois s’estoient très bien battus et qu’ils s’estoient comportez en cette occasion en braves gens, mais que les Anglois n’en avoient pas agi de même.” In der französischen offiziellen Darstellung der Schlacht auf der Höhe von Cap Bevézier — eine sonderbare Corruption von Pevensey — lauten einige Stellen in dem nämlichen Sinne: „Les Hollandois combattirent avec beaucoup de courage et de fermeté; mais ils ne furent pas bien secondez par les Anglois.” — „Les Anglois se distinguèrent des vaisseaux de Hollande par le peu de valeur qu’ils montrèrent dans le combat.”
[154] Life of James, II. 409; Burnet, II. 5.
[155] London Gazette, June 30. 1690; Historical and Political Mercury for July 1690.
[156] Nottingham an Wilhelm vom 15. Juli 1690.
[157] Burnet II. 53. 54.; Narcissus Luttrell’s Diary, July 7., 11., 1690; London Gazette, July 14. 1690.
[158] Marie an Wilhelm, 3., 10. Juli 1690; Shrewsbury an Caermarthen, 15. Juli.
[159] Marie an die Generalstaaten, 12. Juli; Burchett’s Memoirs; An important Account of some remarkable Passages in the Life of Arthur, Earl of Torrington, 1691.
[Sechzehntes Kapitel.]
Wilhelm und Marie.
[Inhalt.]
| Seite | |
| Wilhelm landet in Carrickfergus und begiebt sich nach Belfast | [5] |
| Zustand Dublin’s | [6] |
| Wilhelm’s militärische Maßregeln | [6] |
| Wilhelm marschirt südwärts | [8] |
| Die irländische Armee zieht sich zurück | [8] |
| Die Irländer halten am Boyne Stand | [9] |
| Die Armee Jakob’s | [10] |
| Die Armee Wilhelm’s | [11] |
| Walker, nunmehriger Bischof von Derry, begleitet die Armee | [12] |
| Wilhelm recognoscirt die Stellung der Irländer | [13] |
| Wilhelm wird verwundet | [13] |
| Schlacht am Boyne | [14] |
| Jakob’s Flucht | [18] |
| Verlust der beiden Armeen | [20] |
| Fall von Drogheda | [20] |
| Zustand von Dublin | [20] |
| Jakob’s Flucht nach Frankreich | [22] |
| Dublin wird von den französischen und irischen Truppen geräumt | [22] |
| Wilhelm’s Einzug in Dublin | [23] |
| Eindruck der Nachrichten aus Irland in Frankreich | [23] |
| Eindruck der Nachrichten aus Irland in Rom | [24] |
| Eindruck der Nachrichten aus Irland in London | [25] |
| Jakob’s Ankunft in Frankreich; sein Empfang daselbst | [26] |
| Tourville versucht eine Landung in England | [27] |
| Teignmouth wird zerstört | [30] |
| Erbitterung der englischen Nation gegen die Franzosen | [31] |
| Die jakobitische Presse | [32] |
| Die jakobitische Gebets- und Demüthigungsformel | [33] |
| Entrüstung gegen die eidverweigernden Bischöfe | [34] |
| Militärische Operationen in Irland; Waterford genommen | [36] |
| Die irische Armee bei Limerick zusammengezogen. Lauzun erklärt, daß der Platz nicht zu halten sei | [37] |
| Die Irländer bestehen auf der Vertheidigung von Limerick | [38] |
| Tyrconnel ist gegen die Vertheidigung von Limerick | [39] |
| Limerick wird von den Irländern allein vertheidigt | [40] |
| Sarsfield überrumpelt die englische Artillerie | [41] |
| Ankunft Baldearg O’Donnel’s in Limerick | [42] |
| Die Belagerer leiden vom Regen | [44] |
| Erfolgloser Sturm auf Limerick; die Belagerung aufgehoben | [44] |
| Tyrconnel und Lauzun gehen nach Frankreich | [45] |
| Wilhelm kehrt nach England zurück | [46] |
| Wilhelm’s Empfang in England | [46] |
| Expedition nach dem Süden Irland’s | [47] |
| Marlborough nimmt Cork | [47] |
| Marlborough nimmt Kinsale | [48] |
| Die schottischen Angelegenheiten | [49] |
| Intriguen Montgomery’s mit den Jakobiten | [49] |
| Krieg in den Hochlanden | [50] |
| Fort William erbaut | [51] |
| Zusammentritt des schottischen Parlaments | [52] |
| Melville Lord Obercommissar | [52] |
| Die Regierung erlangt die Majorität | [52] |
| Kirchliche Gesetzgebung | [54] |
| Auflösung der Coalition zwischen dem Club und den Jakobiten | [58] |
| Die Häupter des Clubs verrathen einander | [59] |
| Allgemeine Ergebung in die neue Kirchenverfassung | [62] |
| Klagen der Episkopalen | [62] |
| Die presbyterianischen Eidverweigerer | [63] |
| Wilhelm unzufrieden mit den kirchlichen Einrichtungen in Schottland | [66] |
| Zusammentritt der Generalversammlung der schottischen Kirche | [67] |
| Lage der Dinge auf dem Continent | [68] |
| Der Herzog von Savoyen schließt sich der Coalition an | [68] |
| Steuerbewilligungen | [69] |
| Mittel und Wege | [70] |
| Verfahren gegen Torrington | [71] |
| Torrington’s Prozeß und Freisprechung | [72] |
| Erbitterung der Whigs gegen Caermarthen | [73] |
| Ein jakobitisches Complot | [75] |
| Zusammenkunft der Hauptverschwörer | [76] |
| Die Verschwörer beschließen, Preston nach Saint-Germains zu schicken | [77] |
| Die Preston anvertrauten Papiere | [77] |
| Caermarthen von dem Complot unterrichtet | [79] |
| Verhaftung Preston’s und seiner Begleiter | [79] |
Wilhelm landet in Carrickfergus und begiebt sich nach Belfast.
Wilhelm war das ganze Frühjahr mit Ungeduld in Ulster erwartet worden. Falsche Gerüchte von seiner Ankunft hatten im Laufe des Monats Mai die protestantischen Niederlassungen längs der Küste dieser Provinz zu wiederholten Malen in Bewegung gesetzt. Erst am Nachmittag des 14. Juni landete er in Carrickfergus. Die Bewohner der Stadt hatten sich in der Hauptstraße versammelt und begrüßten ihn mit lautem Jubel, aber sie sahen ihn nur auf einen Augenblick. Sobald er festen Boden unter seinen Füßen hatte, stieg er in seinen Wagen und reiste nach Belfast. Unterwegs begegnete er Schomberg. Das Zusammentreffen fand dicht bei einem weißen Hause statt, der einzigen menschlichen Wohnung, welche damals auf einer Strecke von vielen Meilen an dem öden Strande der Bucht des Laggan zu sehen war. Gegenwärtig erheben sich auf der Stelle, wo damals das weiße Haus stand, ein Dorf und eine Baumwollenfabrik und das ganze Ufer ist mit Landhäusern, Parkanlagen und Gärten besäumt. Belfast ist einer der größten und blühendsten Sitze des Gewerbfleißes auf den britischen Inseln geworden und hat jetzt eine betriebsame Bevölkerung von achtzigtausend Seelen. Die Zölle, welche jährlich im Zollhause bezahlt werden, übersteigen die, welche in den günstigsten Jahren der Regierung Karl’s II. im Zollhause zu London entrichtet wurden. Andere irische Städte mögen dem Auge einen malerischeren Anblick darbieten; aber Belfast ist die einzige große Stadt Irland’s, in der der Reisende nicht durch den widerlichen Anblick und Geruch langer Reihen menschlicher Höhlen abgeschreckt wird, welche an Comfort und Sauberkeit den in glücklicheren Ländern für das Vieh bestimmten Wohnungen bei weitem nachstehen. In keiner andren großen irischen Stadt herrscht eine solche Reinlichkeit, keine andre ist so gut gepflastert und so glänzend erleuchtet. Anstatt der Kuppeln und Thürme sieht man Gebäude, welche dem Geschmack zwar weniger zusagen, aber nicht minder von Wohlstand zeugen, gewaltige Fabriketablissements, die um mehrere Stockwerke über die Schornsteine der Wohnhäuser emporragen und die Luft mit dem Getöse ihrer Maschinen erfüllen. Das Belfast, in welches Wilhelm einzog, war eine kleine englische Niederlassung von ungefähr dreihundert Häusern, von einem längst verschwundenen stattlichen Schlosse beherrscht, dem Stammsitze der edlen Familie Chichester. In diesem Schlosse, das einige Aehnlichkeit mit dem Palaste von Whitehall gehabt haben soll und das durch seine sich auf der Flußseite weit hinab erstreckenden Terrassen und Gartenanlagen berühmt war, hatte man Vorbereitungen zum Empfange des Königs getroffen. Am nördlichen Eingange wurde er von den Behörden und Gemeinderäthen in ihrer Amtstracht bewillkommnet, und die Menge drängte sich mit dem Rufe: „Gott segne den protestantischen König!” um seinen Wagen. Denn die Stadt war eines der Bollwerke des reformirten Glaubens, und als zwei Generationen später die Einwohner zum ersten Male gezählt wurden, ergab es sich, daß die Katholiken nicht mehr als ein Funfzehntel der Bevölkerung bildeten.[1]
Die Nacht brach herein, aber die protestantischen Grafschaften waren wach und auf den Beinen. Eine Geschützsalve vom Schlosse zu Belfast hatte die Ankunft des Königs verkündet. Sie wurde wiederholt durch Kanonen, welche Schomberg in weiten Entfernungen von einander aufgepflanzt hatte, um von einem Posten zum andren Signale geben zu können. Ueberall wo die Schüsse gehört wurden, wußte man, daß König Wilhelm angekommen war, und noch vor Mitternacht loderten auf allen Höhen von Antrim und Down Freudenfeuer. Der Feuerschein wurde am andren Ufer der Buchten von Carlingford und Dundalk gesehen und verkündete den Vorposten des Feindes, daß die entscheidende Stunde herannahte. Am zweiten Tage nach Wilhelm’s Landung reiste Jakob von Dublin ins irische Lager ab, das unweit der nördlichen Grenze von Leinster aufgeschlagen war.[2]