Wilhelm marschirt südwärts.

Am 27. Juni, dem zehnten Tage nach seiner Landung, marschirte Wilhelm mit allen seinen Truppen von Loughbrickland in südlicher Richtung ab. Er hatte sich fest vorgenommen, die erste Gelegenheit zu einer Schlacht zu ergreifen. Schomberg und einige andere Offiziere empfahlen Vorsicht und Aufschub; der König aber entgegnete ihnen, daß er nicht nach Irland gekommen sei, um Gras unter seinen Füßen wachsen zu lassen. Der Ausgang des Feldzugs scheint zu beweisen, daß er als General richtig urtheilte, und daß er als Staatsmann richtig urtheilte, kann nicht bezweifelt werden. Er wußte, daß die englische Nation mit der Art der bisherigen Kriegführung unzufrieden war, daß nur ein rascher und glänzender Erfolg den Enthusiasmus seiner Freunde wieder beleben und den Muth seiner Feinde brechen und daß eine Niederlage seinem Rufe und seinen Interessen kaum nachtheiliger sein konnte als ein langwieriger und unentschiedener Feldzug.

Die Gegend, durch die er marschirte, war seit achtzehn Monaten von Soldaten und von Rapparees entsetzlich verwüstet worden. Alles Vieh war geschlachtet, die Anpflanzungen niedergehauen, die Umzäunungen und Häuser in Trümmern. Kein menschliches Wesen war längs der Marschroute zu sehen, außer einigen wenigen halbnackten und ausgehungerten Jammergestalten, die keine andre Nahrung hatten als Haferhülsen, welche sie, wie die Hühner, aus Schmutz und Asche heraussuchten.[8] Gleichwohl konnten die natürliche Fruchtbarkeit des Bodens, das üppige Grün der Erde, die für den Handel so vortheilhaft gelegenen Buchten und Flüsse, trotz des nachtheiligen Lichtes, in welchem sich Alles darstellte, dem aufmerksamen Blicke des Königs nicht entgehen. Er mochte wohl bei sich denken, wie ganz anders diese Gegend ausgesehen haben würde, wenn sie mit einer Regierung und einer Religion gesegnet gewesen wäre, welche sein heimisches Holland zu einem Weltwunder gemacht hatten; welche endlose Reihe von Landhäusern, Blumengärten und Meierhöfen die Straße von Lisburn nach Belfast besäumt, wie viele Hunderte von Barken beständig den Laggan auf und ab gefahren sein, welcher Wald von Masten den öden Hafen von Newry belebt, und welche riesigen Waarenmagazine und stattlichen Wohnhäuser den Boden bedeckt haben würden, den jetzt die schmutzigen Gassen von Dundalk einnahmen. „Das Land,” hörte man ihn sagen, „ist werth, daß man darum kämpft.”