Parlamentarische Maßnahmen in Bezug auf Fenwick’s Geständnisse.

Bald nachdem die Gemeinen am Morgen des 6. Novembers zusammengetreten waren, erhob sich Russell auf seinem Platze und bat um Gehör. Die Aufgabe die er übernommen hatte, erforderte einen Muth nicht von der ehrenwerthesten Art; aber ihm fehlte es an keiner Art von Muth. Sir John Fenwick, sagte er, habe dem Könige eine Schrift übersandt, in der schwere Beschuldigungen gegen einige Diener Sr. Majestät erhoben wären, und Se. Majestät habe auf Ersuchen seiner angeklagten Diener zu befehlen geruht, daß diese Schrift dem Hause vorgelegt werde. Das Bekenntniß wurde vorgelesen. Hierauf verlangte der Admiral mit einem Muthe und einer Würde, die eines besseren Mannes werth gewesen wären, Gerechtigkeit für sich und Shrewsbury. „Wenn wir unschuldig sind, so reinigen Sie uns. Wenn wir schuldig sind, so bestrafen Sie uns wie wir es verdienen. Ich übergebe mich Ihnen als meinem Vaterlande und bin bereit, nach Ihrem Urtheilsspruche zu stehen oder zu fallen.”

Es wurde sofort angeordnet, daß Fenwick schleunigst vor die Schranke gebracht werden solle. Cutts, der als Abgeordneter für Cambridgeshire im Hause saß, wurde angewiesen, für eine genügende Eskorte zu sorgen, und ihm noch besonders eingeschärft, darauf Bedacht zu nehmen, daß der Gefangene auf dem Wege von Newgate nach Westminster keine Gelegenheit habe, eine mündliche oder schriftliche Mittheilung zu geben oder zu empfangen. Dann vertagte sich das Haus bis zum Nachmittag.

Um fünf Uhr, damals eine späte Stunde, wurde das Scepter wieder auf den Tisch gelegt und das Haus und die Vorhallen sorgfältig von Fremden gesäubert. Fenwick wartete draußen unter starker Wache. Er ward hereingerufen und vom Sprecher aufgefordert, ein vollständiges und offenes Geständniß abzulegen. Er zögerte und machte Ausflüchte. „Ich kann ohne Erlaubniß des Königs nichts sagen. Es könnte Sr. Majestät mißfällig sein, wenn etwas, was nur er erfahren darf, Anderen mitgetheilt würde.” Es wurde ihm hierauf entgegnet, daß seine Besorgnisse ungegründet seien. Der König wisse sehr wohl, daß es das Recht und die Pflicht seiner getreuen Gemeinen sei, Alles zu untersuchen, was die Sicherheit seiner Person und seiner Regierung betreffe. „Mein Prozeß kann in einigen Tagen beginnen,” sagte der Gefangene. „Man kann nicht von mir verlangen, etwas zu sagen, was vor Gericht gegen mich sprechen könnte.” — „Sie haben nichts zu fürchten,” erwiederte der Sprecher, „wenn Sie nur vollständige und unumwundene Enthüllungen machen. Nie hat Jemand Ursache gehabt, es zu bereuen, daß er gegen die Gemeinen England’s aufrichtig gewesen war.” Nun bat Fenwick um Aufschub. Er sei kein gewandter Redner, er habe ein schlechtes Gedächtniß, er müsse Zeit haben, um sich vorzubereiten. Man sagte ihm, wie dies schon einige Tage vorher im königlichen Cabinet geschehen war, daß er, ob vorbereitet oder nicht, sich doch nothwendig der hauptsächlichsten Complots, bei denen er betheiligt gewesen sei, und der Namen seiner Hauptmitschuldigen erinnern müsse. Wenn er das was er unmöglich vergessen haben könne, ehrlich erzählte, so würde das Haus alle billigen Rücksichten nehmen und ihm Zeit lassen, sich auf untergeordnete Details zu besinnen. Dreimal wurde er von der Schranke entfernt und dreimal wurde er dahin zurückgebracht. Man machte ihn mit feierlichem Ernste darauf aufmerksam, daß die ihm jetzt gegebene Gelegenheit, sich die Gunst der Gemeinen zu erwerben, wahrscheinlich die letzte sein werde. Er beharrte in seiner Weigerung und wurde nach Newgate zurückgebracht.

Es wurde nun beantragt zu resolviren, daß sein Bekenntniß falsch und verleumderisch sei. Coningsby schlug den Zusatz vor, daß es den Zweck habe, Mißtrauen zwischen dem Könige und guten Unterthanen hervorzurufen, um wirkliche Verräther dem Arme der Gerechtigkeit zu entziehen. Einige unversöhnliche und starrköpfige Whigs, deren Haß gegen Godolphin durch seinen Rücktritt nicht gemildert worden war, sprachen Zweifel aus, ob das ganze Schriftstück verworfen werden dürfe. Aber nach einer Debatte, in der sich Montague besonders auszeichnete, wurde der Antrag angenommen. Ein paar Stimmen riefen zwar „Nein,” aber Niemand wagte es eine Abstimmung zu verlangen.