Stellung und Gesinnung Shrewsbury’s.

Es ist interessant und lehrreich, das Schicksal Shrewsbury’s mit dem Schicksale Peterborough’s zu vergleichen. Shrewsbury’s Ehre war unbefleckt. Er war von den in Fenwick’s Bekenntniß enthaltenen Anklagen triumphirend freigesprochen worden. Bald darauf wurde er noch triumphirender von einer noch abscheulicheren Anklage freigesprochen. Ein schändlicher Spion, Namens Matthäus Smith, welcher nicht genügend belohnt worden zu sein meinte und sich gern rächen wollte, behauptete, Shrewsbury habe frühzeitig Kenntniß von dem Mordcomplot gehabt, habe aber gethan als wisse er nichts davon, und habe keine Maßregeln ergriffen, um die Verschwörer an der Ausführung ihres Vorhabens zu hindern. Daß dies eine niederträchtige Verleumdung war, kann Niemand bezweifeln, der die Prozeßacten geprüft hat. Der König erklärte, daß er selbst die Unschuld seines Ministers beweisen könne, und die Peers erklärten, nachdem sie Smith vernommen hatten, die Anklage für unbegründet. Shrewsbury war soweit gereinigt, als es in der Macht der Krone und des Parlaments stand, ihn zu reinigen. Er besaß Macht und Reichthum, die Gunst des Königs und die Gunst des Volks. Niemand hatte eine größere Anzahl ergebener Freunde. Er war der Abgott der Whigs, und auch die Tories waren ihm persönlich nicht abgeneigt. Man sollte demnach meinen, daß er sich in einer Lage befand, um die ihn Peterborough wohl beneiden konnte. Aber Glück und Unglück kommen von innen. Peterborough besaß eines von jenen Gemüthern, deren tiefste Wunden heilen, ohne Narben zurückzulassen. Er war öffentlich beschuldigt worden, mit Saint-Germains in Verbindung zu stehen, und obwohl König, Lords und Gemeine ihn für unschuldig erklärt hatten, sagte ihn doch sein Gewissen, daß er schuldig sei. Die Lobsprüche, die er nicht verdient zu haben sich bewußt war, klangen ihm wie Vorwürfe. Er erlangte seinen verlornen Seelenfrieden nie wieder. Er trat aus dem Amte; aber eine quälende Erinnerung begleitete ihn in die Zurückgezogenheit. Er verließ England; aber eine quälende Erinnerung begleitete ihn über die Alpen und Apenninen. An einem denkwürdigen, für sein Vaterland folgenschweren Tage trat er jedoch nach einer Reihe unthätiger und ruhmloser Tage noch einmal als der Shrewsbury von 1688 hervor. Es giebt kaum etwas Schwermüthigeres in der Geschichte als dieser späte und vereinzelte Lichtstrahl, der das Ende eines Lebens beleuchtet, das so glänzend begonnen und das frühzeitig hoffnungslos getrübt und verdüstert worden war.