Wilhelm verhört Fenwick.
Die Ansicht der Versammlung wurde Wilhelm durch seine Minister mitgetheilt, und er verstand sich, wenn auch nicht ohne Widerstreben, dazu, mit dem Gefangenen zu sprechen. Fenwick wurde in das königliche Cabinet zu Kensington gebracht. Einige von den hohen Staatsbeamten und die Kronanwälte waren anwesend. „Ihre Schrift, Sir John,” sagte der König, „ist ganz und gar unbefriedigend. Anstatt mir eine Darstellung der von Ihnen und Ihren Mitschuldigen geschmiedeten Complots zu geben, deren Details Ihnen alle genau bekannt sein müssen, erzählen Sie mir Geschichten ohne Autorität, ohne Daten, ohne Ortsangaben, von Cavalieren und Gentlemen, mit denen Sie gar nicht in Verkehr gestanden zu haben behaupten. Kurz, Ihr Bekenntniß scheint offenbar eine Erdichtung zu sein, welche Diejenigen, die wirklich Anschläge gegen mich entworfen haben, meinen Blicken verbergen und mich veranlassen will, Diejenigen, denen ich guten Grund habe Vertrauen zu schenken, mit Mißtrauen zu betrachten und aus meiner Nähe zu entfernen. Wenn Sie auf irgend eine Vergünstigung von mir hoffen, so geben Sie mir diesen Augenblick und hier an dieser Stelle eine vollständige und offene Darlegung dessen was Sie aus Sich selbst wissen.” Fenwick erwiederte, dieses Verlangen treffe ihn zu unvorbereitet, und bat um Zeit. „Nein, Sir,” sagte der König, „wozu können Sie Zeit brauchen? Sie können nur dann Zeit brauchen, wenn Sie eine zweite Schrift wie diese aufsetzen wollen. Aber was ich von Ihnen verlange, ist eine einfache Erzählung dessen was Sie selbst gethan und gesehen haben, und eine solche Erzählung können Sie, wenn Sie sonst wollen, ohne Feder und Tinte geben.” Fenwick weigerte sich auf das Bestimmteste, irgend etwas zu sagen. „Nun, es sei denn,” sagte Wilhelm. „So will ich weder von Ihnen noch über Sie weiter etwas hören.”[60]
Fenwick wurde in sein Gefängniß zurückgeführt. Er hatte bei dieser Audienz eine Kühnheit und Entschiedenheit gezeigt, welche Diejenigen, die sein Benehmen beobachtet hatten, in Erstaunen setzten. Während der ganzen bisherigen Dauer seiner Haft hatte er stets ängstlich und muthlos geschienen und doch hatte er jetzt, bei dem Wendepunkte seines Schicksals, dem Zorne des Fürsten getrotzt, den er kurz zuvor demüthig um Nachsicht angefleht. In wenigen Stunden wurde das Räthsel aufgeklärt. Unmittelbar vor seiner Vorladung nach Kensington hatte er von seiner Gattin die Mittheilung erhalten, daß sein Leben nicht gefährdet sei, daß nur ein Belastungszeuge gegen ihn existire, daß es ihr und ihren Freunden gelungen sei, Goodman zu bestechen.[61]