Anstalten zur Zurückweisung der Invasion in England.
Unterdessen wurden die Vorbereitungen zu seiner Expedition betrieben. Er stand schon auf dem Punkte, nach dem Einschiffungsorte abzureisen, als die englische Regierung noch nicht die geringste Ahnung von der drohenden Gefahr hatte. Man wußte zwar längst, daß viele Tausend Irländer in der Normandie versammelt waren; aber man glaubte sie seien nur zu dem Zwecke versammelt, um gemustert und eingeübt zu werden, ehe sie nach Flandern, Piemont und Catalonien geschickt würden.[110] Jetzt aber gestatteten die von verschiedenen Seiten eintreffenden Nachrichten keinen Zweifel mehr, daß eine Invasion fast augenblicklich versucht werden würde. Es wurden kräftige Vertheidigungsmaßregeln getroffen. Die Ausrüstung und Bemannung der Schiffe wurde energisch betrieben. Die regulären Truppen wurden zwischen London und dem Meere zusammengezogen. Auf der Anhöhe, welche Portsmouth beherrscht, wurde ein großes Lager gebildet und die Milizen im ganzen Lande aufgeboten. Zwei Westminsterregimenter und sechs Cityregimenter, welche zusammen ein Armeecorps von dreizehntausend Streitern bildeten, wurden in Hydepark aufgestellt und passirten vor der Königin die Revue. Die Milizen von Kent, Sussex und Surrey marschirten nach der Küste. Bei allen Wartfeuern wurden Wächter postirt. Einige Eidverweigerer wurden gefänglich eingezogen, andere entwaffnet, noch andere angehalten Bürgschaft zu stellen. Bei dem Earl von Huntingdon, einem angesehenen Jakobiten, wurde Haussuchung gehalten. Er hatte noch Zeit gehabt, seine Papiere zu verbrennen und seine Waffen zu verbergen; aber seine Ställe hatten ein sehr verdächtiges Aussehen. Sie enthielten Pferde genug, um eine ganze Cavallerieschwadron beritten zu machen, und obgleich dieser Umstand juristisch nicht genügte, um eine Anklage auf Hochverrath zu begründen, so wurde er doch unter den obwaltenden Verhältnissen für ausreichend gehalten, um den Staatsrath zu berechtigen, den Earl in den Tower zu schicken.[111]