Zustand der Hochlande.
Die schottischen Niederlande waren während des auf die Parlamentssession von 1690 folgenden Jahres so ruhig, als sie es seit Menschengedenken je gewesen; der Zustand der Hochlande aber machte die Regierung sehr besorgt. Der Bürgerkrieg in dieser wilden Region hatte, nachdem er aufgehört zu brennen, noch einige Zeit unter der Asche fortgeglüht. Endlich, zu Anfang des Jahres 1691 benachrichtigten die rebellischen Häuptlinge den Hof von Saint-Germains, daß sie sich von allen Seiten bedrängt, ohne den Beistand Frankreich’s nicht länger halten könnten. Jakob hatte ihnen eine kleine Quantität Mehl, Branntwein und Tabak geschickt und ihnen geradezu gesagt, daß er mehr nicht thun könne. Das Geld war bei ihnen so rar, daß sechshundert Pfund ein sehr willkommener Zuwachs zu ihren Fonds gewesen sein würden, aber selbst eine so unbedeutende Summe konnte er nicht entbehren. Unter solchen Umständen durfte er kaum erwarten, daß sie im Stande sein würden, seine Sache gegen eine Regierung zu vertheidigen, die eine reguläre Armee und große Revenüen hatte. Er sagte ihnen daher, daß er es ihnen nicht übel nehmen würde, wenn sie mit der neuen Dynastie Frieden schlössen, vorausgesetzt immer, daß sie bereit wären sich zu erheben, sobald er sie dazu auffordern würde.[62]
Unterdessen hatte man in Kensington trotz der Opposition des Masters von Stair beschlossen, den Plan zu versuchen, den Tarbet zwei Jahre früher empfohlen und der, wenn er damals gleich versucht worden wäre, wahrscheinlich viel Blutvergießen und Unordnung verhütet haben würde. Es wurde beschlossen, zwölf- bis funfzehntausend Pfund Sterling zur Pacifirung der Hochlande zu verwenden. Dies war eine Summe, die einem Bewohner von Appin oder Lochaber beinahe fabelhaft vorkam und die auch in der That zu dem Einkommen eines Keppoch oder Glengarry in einem größeren Verhältnisse stand als funfzehnhunderttausend Pfund zu dem Einkommen eines Lord Bedford oder Lord Devonshire. Die Summe war reichlich groß, aber der König war nicht glücklich in der Wahl eines Agenten.[63]