Manövers Luxemburg’s.
Obgleich die französische Armee in den Niederlanden durch den Abgang der vom Dauphin und Boufflers commandirten Truppentheile geschwächt worden war, und obgleich das verbündete Heer täglich durch die Ankunft frischer Truppen verstärkt wurde, so hatte Luxemburg doch noch die Uebermacht, und er vergrößerte diese Uebermacht durch eine schlaue Kriegslist. Er marschirte gegen Lüttich und that, als ob er diese Stadt belagern wolle. Wilhelm war besorgt, um so besorgter, weil er wußte, daß es unter den Einwohnern eine französische Partei gab. Er verließ seine Position bei Löwen, marschirte auf Niederhespen und schlug dort, den Fluß Gette im Rücken, sein Lager auf. Auf seinem Marsche erfuhr er, daß Huy den Franzosen seine Thore geöffnet habe. Diese Nachricht vermehrte seine Besorgniß wegen Lüttich und bestimmte ihn, ein Armeecorps dahin zu schicken, das genügte, um die Mißvergnügten innerhalb der Stadt in Schach zu halten und jeden Angriff von Außen abzuwehren.[26] Dies war genau das, was Luxemburg erwartet und gewünscht hatte. Seine List hatte ihren Zweck erreicht. Er wendete der Festung, welche bisher das Ziel seiner Operationen gewesen zu sein schien, den Rücken und eilte an die Gette. Wilhelm, der mehr als zwanzigtausend Mann detachirt und nur funfzigtausend Mann in seinem Lager gelassen hatte, erfuhr am 18. Juli mit Schrecken durch seine Kundschafter, daß der französische General mit nahe an achtzigtausend Mann ganz in der Nähe sei.