Dreizehntes Kapitel

Er hatte die Lust am Reisen völlig verloren, der Florian Siegwein. Am liebsten wäre er jetzt daheim geblieben bei der Regina und seinem kleinen Töchterchen. Der Ärger, den er fortwährend mit der Vef und auch mit den übrigen Mitgliedern hatte, verleidete ihm die Freude an seinem Unternehmen.

Aber der Florian brauchte Geld, und zwar viel Geld, denn sein Geschäft in der Heimat dehnte sich immer mehr aus und verschluckte große Summen. Der Florian hatte bauen müssen; denn das Gasthaus war viel zu klein geworden für all die fremden Besucher, die nun aus aller Herren Ländern in immer reicherer Zahl herbeiströmten.

Ein stattlicher, großer Neubau erhob sich jetzt neben dem alten Haus und war mit allem Behagen eines vornehmen Hotels ausgerüstet. Bescheiden und unansehnlich wirkte das Holzhaus, das der Kramer Veit errichtet hatte, neben dem großen Mauerblock, der weiß und protzig dastand und so gar nicht in diese Alpengegend hereinpaßte.

Mit jedem Jahr vermehrten sich die Fremden, und die Bauern im Dörfl verstanden ihren Vorteil und richteten sich nach den Bedürfnissen der fremden Besucher ein. Wer nur eine überflüssige Stube hatte, der verwendete sie als Fremdenzimmer, und drunten im Hauptort des Tales hatte sich ein ganz besonders lebhafter Verkehr entwickelt. Postkutschen fuhren und Wägen, zweispännige und vierspännige; und vornehme Leute hielten sich oft wochenlang in dem Dorfe auf.

Veit Galler aber hatte seinen Kramladen verkauft. Wie der Florian Siegwein die Freude am Reisen verloren hatte, so hatte der Kramer die Lust an den Fremden eingebüßt. Denn sie brachten einen Ton ins Land, der dem Kramer nicht gefallen wollte.

So sehr er früher stolz gewesen war, wenn Fremde die Schönheit seiner Heimat staunend bewunderten, so wenig gefiel ihm die tolle Ausgelassenheit, der sich manche der Fremden hingaben. Er empfand es wie die Entweihung eines Heiligtums, daß man droben im Gasthaus nur Tanz und Trunk zu kennen schien, statt sich, wie es vordem doch der Fall gewesen war, dem stillen Zauber der Einsamkeit und der Berge hinzugeben.

Freilich, jene ersten Fremden waren auch andere Menschen gewesen. Vornehme Leute, während es jetzt in der Hauptsache junge, genußsüchtige Menschen waren, die hier eine Abwechslung ihrer Lebensweise suchten und auch fanden. Und der Florian, der sich mit seinem Neubau in große Schulden gestürzt hatte, betrachtete jetzt seine Sängerreisen nur mehr als ein Geschäftsunternehmen, um für seinen Alpengasthof fürs erste immer neue Gäste anzuwerben und zweitens, damit er eher seine Schulden daheim abzahlen konnte.

Mit der Lust an der Sache entglitten ihm auch die Zügel, an denen er vordem seine kleine Truppe so stramm geleitet hatte. Schon der fortwährende Kampf mit der eigenwilligen Vef hatte den Florian mürbe gemacht. So strenge er einstmals über Sitte und Moral seiner anvertrauten Schar gewacht hatte, so nachsichtig war er mit der Zeit geworden.

Der Florian wußte es, und es wußten auch die andern, daß sowohl die Vef wie die Rosina einen lockeren Lebenswandel führten. Aber sie sprachen nicht darüber; denn sie schämten sich, daß es in der Heimat bekannt würde.

Noch hatten sie die Scheu vor der Heimat, diese reisenden Leute; wollten nicht gering geachtet werden und empfanden es wie eine eigene Schande, daß die beiden Perlmoser Schwestern sich über die herkömmliche Sitte hinwegsetzten. Denn die Rosina war wohl einem Manne in ein fremdes Land gefolgt, aber nicht als dessen ehelich angetrautes Weib. Und die Vef war mit der Schwester gegangen, nicht als Schutz für diese, sondern um ungehindert ihr eigenes Leben führen zu können.

Wild und schäumend war dies Leben und voll Genuß und brachte das Weib körperlich und seelisch herab. Denn bis zu jener Stunde, da der Wastl sie freigab, war sie als Weib rein geblieben. Voll innerlicher Gier nach Lust und Genuß und trotzdem rein. Jetzt, da sie sich frei fühlte, überkam es sie wie ein wirbelnder Rausch. Nicht einer Liebe allein frönte sie, sondern nahm ... völlig toll geworden, was sich ihr bot. Kannte keine Schranke und kein Gesetz. Kannte nur eines: leben und genießen.

Dies alles wußte der Florian ganz genau, und es verdroß und schmerzte ihn, und er war doch ohnmächtig dagegen. Die Verhältnisse waren stärker geworden, als er selber war. Mehr denn je war er gerade jetzt auf die Vef angewiesen; denn er brauchte Geld. Und dieses Geld konnte ihm nur die sieghaft lockende Stimme der Vef verschaffen.

Den ganzen verbissenen Ingrimm, den der Florian Siegwein sowohl gegen die Vef wie gegen die Rosina empfand, ließ er letztere entgelten. Mit der Rosina hatte der Florian kurz vor seiner Rückkehr in die Heimat noch einen heftigen Auftritt gehabt. Und hatte sie mit barschen Worten fortgehen heißen. Sie solle sich nicht unterstehen und wieder zu ihm kommen, sagte er. Dirnen könne er nicht gebrauchen. Und höhnisch herausfordernd hatte ihn die Rosina gefragt: »Aber die Vef? Gelt ... da denkst anders? Die darf wiederkommen, ha?«

Der Florian hatte sich wortlos abgewendet und sich so heftig auf die Unterlippe gebissen, daß sie blutete. Die Vef ... ja, die war die Mächtige und Starke und hielt ihn in der Hand.

Der Florian Siegwein war verdrossen und verschlossen in diesem Sommer und vermied es, wenn er konnte, sowohl mit dem Kramer Veit als mit dem Wastl zusammenzutreffen. Er hatte genug zu tun droben in dem Gasthof und nur wenig Zeit übrig für die alten Freunde. Der Kramer Veit suchte ihn auch nicht auf. War unwirsch und sehr wortkarg, der Kramer, in dieser Zeit. Aber der Wastl machte sich auf den Weg und ging zu dem Florian hinauf. Kam zu ihm ein über das andere Mal und bat und flehte.

»Nimm mi wieder mit, Florl ...« sagte er in dem treuherzig bittenden Ton eines hilflosen Kindes. »I halt's nit aus dahoam.« Aber der Florian blieb hart. Er wußte, daß die Vef die Trennung von ihrem Manne wünschte und wagte es nicht, ihr entgegen zu sein, so sehr ihm auch der Wastl innerlich erbarmte.

»Schau, Wastl ... verlang' dir's nimmer, das Leben!« versuchte der Florian den alten Freund zu trösten. »Hast's ja viel schöner daheim. I tauschet glei' mit dir, wenn i könnt', und hänget die verflixte Singerei auf'n Nagel!« redete er ihm gut zu. Aber der Wastl wollte keinen Trost.

»Du ... ja ... Du hast dei' Weib dahoam. Das ist anders!« sagte er einfach, aber der Ton schnitt dem Florl ins Herz.

Völlig aufdringlich war der Wastl dem Florian geworden, je näher der Tag der Abreise herankam. Wollte absolut mit und lungerte und lauerte um den Alpengasthof herum und bat und flehte, sowie er den Florl zu Gesicht bekam. Schließlich wurde der Florl grob gegen ihn. Konnte sich nicht anders helfen.

»Wenn i dir's sag' ... daß i di nit brauchen kann!« fuhr er den Wastl unwirsch an. »Sei do koa Lapp nit! Die Vef will di nit, und i brauch' di nit. Hast ja überhaupt koa Stimm' mehr!« sagte er brutal.

Da ging der Wastl, aber nicht hinunter zum Kramer Veit und der Notburg, sondern hinaus in das stattliche Dorf im Tal. Dort wußte er von einem Mann, der ihm das Gütl vom Göd abzukaufen wünschte. Und der Wastl verkaufte sein Heimatl und bekam Geld dafür. Der kleine Martl aber mußte hinaus, Bauernknecht machen auf einem fremden Hof, wie es der Vater in der Jugend gemußt hatte. Und der Jackl und sein Weib fluchten dem Wastl; denn der Wastl hatte ohne Rücksicht gehandelt und sie alle obdachlos gemacht.

Der alte Perlmoser wetterte und schrie. Verfluchte alle, die Töchter und den Schwiegersohn und den Florian Siegwein und den Kramer Veit. Denn dieser war der eigentliche Urheber an allem Leid, das über den Perlmoserhof gekommen war.

Ein rüstiger alter Mann, verbissen und innerlich mit allen zerfahren, das war der Perlmoser. Und sein Weib, die Perlmoserin, alt und gebrochen, legte sich nieder zum sterben. Sie war ehrlich müde geworden am Leben und verstand die Zeit und ihren Wandel nicht. War gut für das Weib, daß es sterben durfte.

So hatte denn der Jackl wieder ein Heim für sich und die Seinen; denn der Vater übergab ihm nun den Hof und ging in den Austrag. Stellte nur die eine Bedingung. Niemals dürfe der Jackl den Siegweinischen drüben auch nur ein Ei abliefern. Und niemals dürfe er einen Verkehr haben mit den Schwestern und mit des Siegweins Leuten. Das versprach der Jackl und hielt es auch. — — —

Und abermals waren etliche Jahre vergangen, und droben im Alpengasthof feierte man ein Fest. Die Perlmoser Julie hielt Hochzeit, heiratete, aber keinen der feinen Herren, die ihre Verehrer waren, sondern einen der Sänger, die mit dem Florian gereist waren. Und wollten in der Heimat bleiben, die jungen Leute, einen Gasthof auftun, drunten in der Nähe der Schlucht, wo die drei Wildbäche ineinanderflossen.

Es ging hoch her bei der Hochzeitsfeier der Julie. War ein halb städtisches und halb ländliches Fest. Mehr ein Theater, um den fremden Gästen einmal die Gebräuche einer Bauernhochzeit vorzuführen. Es fehlten die Verwandten und nächsten Freunde der Braut, und der Florian mußte Brautvater und die Regina Brautmutter machen.

In langem Zug zogen sie vom Gasthof herab in die kleine Dorfkirche, und die Bauern des Dörfels schauten bei dem eigenartigen Schauspiel zu und lachten darüber. Sie lachten über den koketten Aufzug der Braut, die sich in ihrer Bühnentracht zur Kirche begab, und viele empörten sich über den schamlosen Ausschnitt des schwarzen, samtenen Miederleibchens. Aber den Fremden, die in der Hauptsache das Kirchlein füllten, gefiel es, und sie hielten die pomphafte Aufmachung für echten Bauernbrauch.

War eigentümlich, wie wenig die Fremden in Wirklichkeit von dem wahren Bauerntum in sich aufnahmen. Sie lebten oft wochenlang unter den Bauern, sahen ihre Arbeit und hörten ihre Sprache. Aber von ihren wirklichen Sitten, von ihren Gebräuchen und ihrer Art ahnten sie nur wenig. Die Bauern blieben verschlossen und mißtrauisch gegen alles Fremde und nützten nur ihren Vorteil aus. Waren freundlich und erwiderten die Anreden, aber sie sprachen anders wie sonst und über Dinge, die dem Bauer eigentlich gleichgültig sind.

Am Abend der Hochzeit hielt der Florian Siegwein zu Ehren des Brautpaares einen großen Bauernball ab. Und alle, die da wollten, konnten kommen, um mitzutanzen. Es tanzte das Stadtfräulein mit dem Melcherknecht vom Alpl droben und der feine Stadtherr mit der derben Bauernmagd, und bis zum frühen Morgengrauen dauerte das Fest.

Auch der Stanis hatte sich eingefunden und wirbelte mit affenartiger Behendigkeit im tollen Tanz. Es war erstaunlich, wie geschmeidig der Melcher trotz seiner vorgerückten Jahre noch geblieben war. Konnte es im Schuhplatteln noch immer mit den jüngsten Burschen aufnehmen und war rauflustig trotz seines stark ergrauten Bartes wie in jungen Jahren. Sie vermieden es noch immer, die jungen Burschen, mit dem Stanis anzubandeln; denn sie fürchteten sich, eine Niederlage zu erleiden.

Und heute hatte der Stanis wieder einmal weit über den Durst getrunken. War aber trotzdem immer noch standfest auf den Beinen, der kleine Kerl, und ließ auch nicht einen einzigen Tanz aus. Und just die feschesten Tänzerinnen wählte er sich. Er machte Witze, daß die Damen erröteten und die Burschen vor Vergnügen laut gröhlten.

Die Herren aber, die es hörten, ärgerten sich über den ausgelassenen alten Kerl und verlangten von dem Florian Siegwein, daß er ihn entferne. Dem Stanis gefiel es jedoch so ausgezeichnet auf dem Ball, daß er gutwillig gewiß nicht ging. Das wußte der Florian ganz genau und war einigermaßen in Verlegenheit, wie er den Stanis losbringen sollte.

Es fand sich keiner der Burschen, der den Stanis mit Gewalt hinausgeschmissen hätte. Sie wollten es nicht verderben mit ihm; denn sie mochten ihn alle gut leiden und fürchteten seine Rache. Aller List, die sowohl der Florian wie auch die Regina anwandten, widerstand der Stanis.

Er wünschte diese tolle Nacht voll auszunützen und blieb ... allen Bemühungen zum Trotz ... fest auf seinem Posten. Hüpfte und tollte und gröhlte und wurde den Damen immer aufdringlicher. Er küßte sie beim Tanz ganz ungeniert auf den Mund, gerade so, als ob es eine Bauerndirn gewesen wäre; und ganz verliebt tat er mit einer kleinen blonden Frau, die ihm besonders gut zu gefallen schien.

Wie eine Klette hing er sich an ihr an, umarmte sie mit tolpatschiger Zärtlichkeit und ließ sie nicht mehr los. Und alles Wehren der jungen Frau war vergeblich. Auch als sich der Florian, von dem Gatten der Dame aufgestachelt, dem Stanis energisch in den Weg stellte, half es nichts. Der Stanis parierte dem Florian einfach nicht, frech und unverschämt wie ein Junger.

»Mach' di ... du ...« warnte der Stanis und schob den Florian mit einem seiner kunstvollen Rauferkniffe, die ihn so unüberwindlich machten, beiseite, so daß der stämmige Mann in weitem Bogen in den Saal flog.

»Hast g'nuag iatz ... Florl ... oder magst no oane fangen?« höhnte er ihn dann.

Sie standen alle im Kreise um den Rauflustigen, der die junge Frau mit dem einen Arm fest umklammert hielt, so daß sie ihm nicht entfliehen konnte. Und da viele der Burschen stark angetrunken waren, belustigten sie sich über den witzigen alten Kerl, lachten ihm zu und forderten ihn noch zum Widerstand auf.

»Recht, Stanis! G'halt dir's lei dei' Weibl!« rief einer.

»Gib ihr a Bussl!« munterte ihn ein anderer auf. Niemand schien ein Gefühl für die Lage der Dame zu haben, die ganz verzagt zu weinen begann. Daß dieser Spaß so enden würde, das hatten sie sich denn doch nicht vorgestellt.

Die meisten Herren und Damen hatten, als die Situation ungemütlich wurde, den Saal fluchtartig verlassen, so daß zuletzt nur die Bauernburschen mit ihren Dirndeln übrig blieben. Der Gatte der Dame sah sich allein und verlassen dem Stanis gegenüber.

»Lassen Sie meine Frau los ... unverschämter Kerl!« sagte er zornig. Er war jung, stattlich und groß und von vornehmer Herkunft.

Boshaft blinzelte der Melcher aus seinen kleinen schwarzen Augen zu dem Herrn empor.

»Ist's leicht dei' Weibl?« höhnte er.

Der Herr gab dem frechen Kerl statt jeder Antwort eine schallende Ohrfeige. Das half. Mit einem so jähen Ruck ließ der Stanis sein Opfer los, daß die junge Frau taumelnd nach rückwärts fiel und von einigen hilfsbereiten Burschen aufgehoben werden mußte.

Der Stanis aber sprang, einer Wildkatze ähnlich, seinen Gegner an. Umklammerte ihn und würgte ihn am Hals. Der Fremde wehrte sich mit viel Geschick, und der Florian eilte zur Hilfe herbei, dazu noch einige der Burschen. Aber der Stanis klammerte sich an den Fremden und hing ihm am Halse. Die Püffe und Stöße, die der Stanis nun von allen Seiten erhielt, reizten ihn zur höchsten Wut.

Noch nie war es vorgekommen, daß er bei einer Rauferei unterlegen wäre. Und daß sie nun alle gegen ihn waren, empfand er als Heimtücke und Niedertracht. Er kannte keinen Unterschied des Standes, der Stanis. Rauferei blieb Rauferei. Wer auf dem Tanzboden anwesend war, mußte sich seine Späße eben gefallen lassen. Und wer das nicht wollte, mit dem raufte er halt. Aber die andern sollten ihn in Ruhe lassen und sich nicht einmischen. Mit dem hearrischen Tolm wollte er allein fertig werden.

Der Stanis brüllte, außer sich vor Zorn, wie ein wildes Tier, als man ihn gewaltsam von dem Herrn zu trennen versuchte. Seine Füße baumelten in der Luft, und seine Hände umklammerten den Hals seines Gegners, daß dieser blaurot im Gesicht wurde und hart nach Luft rang.

Und in dieser Angst stieß er den Stanis mit den Füßen und brachte ihn zu Fall. Fiel aber über ihn, denn der Kerl ... toll vor Wut ... ließ nicht von ihm ab. Und pfauchte und pfiff vor sinnlosem Zorn. Und würgte den Hals des Fremden, der schwer über ihm lag. Und der Stanis fühlte, wie seine Finger, die sich in den Hals des Gegners gleich Eisenklammern einkrallten, gewaltsam gelöst wurden, und in seiner sinnlosen Wut, die tierisch und nicht menschlich war, öffnete er den Mund und biß in das Fleisch des Gegners.

Ein weher Schrei und dann ein pfauchender Laut und noch ein Biß, und Blut quoll aus dem Gesicht des fremden Herrn.

Der Stanis aber ließ von seinem Opfer ab. Er hatte dem Gegner die Nase abgebissen, und mit der Tat kehrte ihm die Ruhe wieder und das Bewußtsein. Er fühlte aber keine Reue, sondern stolze Genugtuung. Denn nun war er trotz der Überzahl der Gegner doch nicht unterlegen.

Und gleich einem Sieger schaute er im Kreise herum, schaute auf die angstvoll erschrockenen Gesichter und auf das entstellte blutige Antlitz des Fremden. Und lachte ... Lachte ... und ließ sich willig und ohne Gegenwehr hinabführen in das stattliche Dorf, wo der Gendarm wohnte ...

Als ihn die Richter für seine rohe Tat zu einigen Jahren Zuchthaus verurteilten, da lachte der Stanis nicht mehr. Es war das Schlimmste, was ihm widerfahren konnte, diese jahrelange Freiheitsberaubung. Und es schürte nur noch mehr den Haß, den er in seinem Innern stets gegen die fremden Leute gehabt hatte. Aber er bereute seine Tat trotz allem nicht.