Artevelde

Der Riese Tod zieht die Register, greift die Tasten,

Aus seiner Orgel Tiefen quillt der Ruhm hervor,

Der Name des Ruwaert von Flandern steigt empor,

Er wächst noch, wieviel Jahre auch vorüber hasten.

Gold nur prägt hochgesinnt das Volk. Aus Feuerbränden,

Gemetzel, Bürgerkrieg, Verzweiflung, Leidenschaft

Hat’s die Legende seines Helden aufgerafft,

Es feiert ihn von neuem stets und will nicht enden.

Von Strahlen warf er ein Geflecht mit dichter Masche

Um Flandern. Wie den Blitz der Belfried zog die Faust

Den Schrecken an. Und wo hernieder sie gesaust,

Verbrannte ihre Glut die Kerker rings zu Asche.

Die Könige beugten sich, vor seinem Anblick grausend,

An seine Fersen heftete sich dicht der Schwarm

Des Volkes, jauchzend gab es Herz ihm hin und Arm,

Doch er war stärker noch als alle, stark wie tausend.

Und seine Seele sah sich durch die Zukunft schreiten,

Was jemals sie gedacht, ward Leuchte und ward Brand,

Die erste Fackel! eine fieberheiße Hand

Trug ihre Glut voran im Nebel ferner Zeiten.

Er fühlte Zaubermacht in sich. Sein Wollen bäumte

Sich auf, die Schranke brach. Nichts blieb ihm unerfüllt,

Bis einst des Todes finstere Nacht das Haupt umhüllt,

Wo Zorn und Wetter schweigend bei einander träumte.

Und bei der Nacht verschwand er wie ein blutiger König,

Im Brand der Stadt, im wilden Aufruhr, bei der Nacht.