Der Raufbold

Mit stolz erhobnem Blick, gebräunt, keck und verwegen,

Das Seidenwamms geschlitzt, hält breit gespreizt und fest

Er vor dem Lager Wacht, dem Teufel und der Pest

Tritt ohne lang zu fragen trotzig er entgegen.

Mit Feuer und mit Schwert spricht er den Erntesegen,

Vom Appenin zum Alpenrand, von Ost nach West

Schweift plündernd er, um frech bis auf den letzten Rest

Die Lombardei, die Marken Mailands auszufegen.

Den Fluch im Mund, den Zorn im Blick lechzt er nach Krieg,

Ihm ist es gleich, ob Marignano ihm den Sieg,

Gleich, ob Pavia ihm den Ruhm nur hat gegeben.

Er lacht des Schicksals, das am Wege lauernd droht,

Die offnen Nüstern saugen aus dem vollen Leben

Den Bluthauch künftiger Schlacht, sie wittern schon den Tod.