Liebe
Jawohl, gequält bin ich, geplagt,
Bin wie ein Wolf gehetzt, gejagt,
Der nirgends eine Freistatt findet,
Den schon die Meute fast umringt,
Den seine Wunde niederzwingt,
Daß er in Angst und Not sich windet.
Die drei, der Haß, das Gold, der Neid,
Spürhunde sind’s, sie wittern weit,
Ich bin gestellt, kann mich nicht wehren;
Des Morgens Schreck, des Abends Qual,
Das ist seit Jahr und Tag mein Mahl,
Davon kann sich kein Bettler nähren.
Längst grinst er mich von weitem an,
Der widerliche Jägersmann,
Die Krallen an den dürren Händen;
Halb hat er mich, er höhnt und sperrt
Die Wege mir und zieht und zerrt
Am Herzen und will doch nicht enden.
Ihr Wölfe, seht, so schleppe ich
Zum finstern Strome blutend mich,
Laßt, Brüder, endlich das Geläster,
Gebt mir zu sterben freie Bahn,
Ihr seid ja alle untertan
Dem Weibe, meiner grimmen Schwester.