Nach der Schlacht bei Cannae

Der eine Consul tot, der andere verschollen,

Der Aufidus schwillt an, es wälzt die trübe Flut

Zum Meer die Waffen und die Leichen. Rot wie Blut

Wölbt sich der Himmel über Rom, die Donner grollen.

Vergebens fällt der Opferstier, die Götter wollen

Nicht sprechen, keine Vogelschau schafft neuen Mut,

Die Bücher der Sibylle schweigen. Schrecken ruht

Und Trauer auf der Stadt, des Schicksals Würfel rollen.

Am Abend steht die Menge auf dem Aquäduct,

Die Väter und das Volk. Nur ein Gedanke zuckt

Durch Tausende. Sie spähn hinaus in bangem Schweigen.

Sie sehen schon im letzten Abendsonnenstrahl

Auf seinem Elephanten jenen Hannibal

Von den Sabinerbergen klirrend niedersteigen.

Villula

Du bist am Ort, Du brauchst nicht weiter erst zu gehen!

Dem alten Gallus eignet dieses kleine Gut,

Das so bescheiden an dem niedern Hange ruht,

Und dieses Schindeldach, kaum kann man drunter stehen.

Im Häuschen mag er einen Freund schon bei sich sehen;

Ein Weinberg ist dabei, des alten Herdes Glut

Backt reichlich Brot, und wie die Bohnensuppe tut,

Frag ihn ...! Soll von den Göttern er noch mehr erflehen?

Des Wäldchens Reisig kommt im Winter ihm zu Nutz,

Im heißen Sommer bietet ihm das Laubdach Schutz,

Der Herbst bescheert wohl eine Drossel, ein paar Meisen.

Hier lebt er an der Stätte, die des Knaben Spiel

Geschaut, zufrieden mit dem Lose, das ihm fiel.

Jetzt kennst Du Gallus, Freund. Du findest einen Weisen.