[5] Ich folge der Nomenklatur und sonst Klaatsch: Zur Morphologie der Tastballen der Säugethiere (Morphol. Jahrb. 14, 407 1888). [↑]
[6] Kollmann: Tastapp. d. Hand 1883, 40. [↑]
[7] Bei Viverra civetta Schreb. fand Klaatsch (p. 418) sie glatt und punktirt, was ich auch für V. tangalunga Gr. angeben kann, die Tastballen bei Paradoxurus musschenbroeki aber zeigen diese höckerige Punktirung nicht, sie sind ganz glatt. [↑]
[[Inhalt]]
11. Bubalus mindorensis Heude
[Tafel VII] und [VIII]
| 1860 | Blyth J. Asiat. Soc. Bengal. XXIX, 303 (Misc. pap. rel. to Indo China II, 295 1886) Tamarao |
| 1878 | Everett P. Z. S. 792 Anoa depressicornis |
| A. B. Meyer P. Z. S. 881 Tamarao | |
| Bartlett P. Z. S. 882 Indian Buffalo of small size | |
| 1885 | Jordana Bosquejo geogr. Fil. 171 Antilope depressicornis |
| 1887 | Hoffmann Abh. Mus. Dresden 1886/7 Nr. 3 p. 26 Taf. Fig. 6 a–f Bubalus indicus? |
| 1888 | (vor Aug.) Heude Mém. Hist. Nat. Chin. II, 1 p. 4 und 50 Bubalus mindorensis |
| (16. Aug.) Steere (bei Sclater) Nature 38, 363 Anoa mindorensis | |
| (1. Nov.) A. B. Meyer Nature 39, 9 Bubalus sp. | |
| (20. Nov.) Steere P. Z. S. 413 Anoa oder Probubalus mindorensis | |
| (6. Dez.) Heude Nature 39, 128 Bubalus mindorensis | |
| (13. Dez.) Everett Nature 39, 150 Bubalus sp. | |
| Gogorza An. Soc. Espan. XVII, II (des S. A.) Anoa depressicornis | |
| 1889 | A. B. Meyer Zool. Garten 251 Bubalus sp. |
| 1890 | Heller Abh. Mus. Dresden 1890/1 Nr. 2 p. 3 u. 31 Bubalus mindorensis |
| Steere List Phil. 29 Probubalus mindorensis | |
| Nehring Zool. Anz. 448, SB. Ges. naturf. Berlin 101, Naturw. Wochenschr. V, 227 Bubalus mindorensis[[13]] | |
| 1894 | Jentink Notes Leyden Mus. XVI, 199 pl. 8–11 Bubalus mindorensis |
| Bourns & Worcester Notes Exp. Phil. Is. 63 Bubalus mindorensis | |
| Lydekker Nat. Hist. II, 206 Bos mindorensis | |
| Heude Mém. Hist. Nat. Chin. II, 4 p. 204 pl. XIX E Fig. 19 Bubalus mindorensis | |
| 1895 | Oustalet Bull. Mus. Paris 202 Anoa mindorensis |
| Elera Cat. sist. Fil. I, 33 Bubalus mindorensis | |
| 1896 | Lydekker Geogr. Hist. Mamm. 47, 279, 305 Bos mindorensis |
Es könnte ein Zweifel darüber entstehen, ob Heude oder Steere als Autor dieser Art zu nennen sei, da Steeres erste Beschreibung am 16. August 1888 veröffentlicht war, und das 1. Heft des 2. Bandes der Mémoires concernant l’histoire naturelle de l’empire chinois par des pères de la compagnie de Jésus in Chang-Hai im Jahr 1888 ohne Datum erschien. Es lässt sich aber aus buchhändlerischen Catalogen (z. B. Friedländer Nat. nov. Sept. 1888, 289) nachweisen, dass Heudes Publication vor August statt gefunden hat, und dieser daher, und nicht Steere, als Autor figuriren muss.
Der einheimische Name des Zwergbüffels von Mindoro ist, nach vielfachen Angaben, Tamarao[1], nicht Tamaron oder Tamarou, wie Steere (P. Z. S. 1888, 414 und List 1890, 29) schreibt. Er ist bis jetzt nur von Mindoro bekannt, denn dass Elera (l. c.) ihn auch von Celebes aufführt, beruht auf einer Verwechslung mit der Anoa oder auf einer anderen Unzulänglichkeit, wie man sie auf Schritt und Tritt in seiner Compilation antrifft. Nehring (SB. Ges. naturf. Berlin 1894, 185) beschrieb von der Mindoro nahen Calamianen Insel Busuanga noch einen wilden Büffel als B. moellendorffi, der etwas grösser als der Tamarao sei, allein ich halte ihn nicht für einen wilden, da Dr. Schadenberg mir mittheilte, dass es nach der Aussage von Don Bernardo Ascanio, der 20 Jahr auf den Calamianen, speziell in Malbató auf Busuanga gelebt hat, dort keine wilden Büffel gebe. Dass auf der kleinen Insel Jemandem, der so lange dort als Pflanzer ansässig ist, das Vorhandensein wilder Büffel unbekannt geblieben sein sollte, kann man ausschliessen; es handelt sich daher nur um einen verwilderten, oder vielleicht nicht einmal um einen solchen,[2] falls man darunter nur schon seit Generationen verwilderte versteht.[3] Dr. Schadenberg theilte mir mit, dass auf Mindoro verwilderte Büffel neben dem Tamarao vorkommen sollen, er habe aber keine gesehen; man spräche auch davon, dass sie sich mit Tamaraos kreuzten, worüber er sich jedoch vorläufig kein Urtheil erlauben wolle. Den Schädel eines solchen angeblich wilden Carabao von Mindoro sandte er auch ein (B 3199). Die bis jetzt bekannten Tamaraos geben keinen Anlass zur Annahme von Kreuzungen, und wenn sie ausnahmsweise statt hätten, so würde dies bei dem zweifellosen Überwiegen des auf ganz Mindoro und, wie es scheint, zahlreich vorkommenden Tamarao wahrscheinlich keinen dauernden Einfluss auf die Umgestaltung der Art gewinnen können. Jordana (Bosquejo 1885, 172) sagt: „El Tamarao es animal muy agreste y vigoroso, que á veces lucha victoriosamente con el bufelo silvestre en el seno de los bosques“, allein auf solche Angaben nach Hörensagen ist vorerst gar Nichts zu geben.
Jentink (l. c. 204) hält es für möglich, dass der Tamarao ein Bastard zwischen Bubalus bubalus und Anoa depressicornis von Celebes sei. Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie eine solche Hybridisation hätte zu Stande kommen sollen. Dazu hätte die Anoa zahlreich nach Mindoro gebracht worden sein [[14]]müssen, was gewiss nicht geschehen ist. Auch ist der Tamarao eine ganz stabile, typische und gewiss alte Form. Der Schädel 1569 des Museums, den Semper vor dem Jahr 1865 erhielt, stimmt vollkommen überein mit denen von in den Jahren 1894 und 1895 durch Schadenberg erlegten Exemplaren. Dies beweist schon die Constanz, nicht minder wie die in den Museen vorhandenen, ganz untereinander übereinstimmenden Häute es darthun. Nimmt Jentink an, dass die Anoa früher auf Mindoro gelebt habe, und sich dann mit den importirten Büffeln kreuzte? Welche Gründe könnte man wohl zu Gunsten einer solchen Annahme ins Feld führen? Lydekker, der (l. c. 306) die Möglichkeit einer Bastardirung nach Jentink nicht abweist, sagt, der Tamarao müsse noch als gute Art erwiesen werden. Wenn aber, wie jetzt, schon viele gleiche Exemplare bekannt sind (Berlin 1, Dresden 6, Leiden 3, Manila 2, Paris 2, durch Steere 3, Stuttgart 1 etc.), so ist es mir ganz unerfindlich, wesshalb man noch an der Artberechtigung zweifeln, oder einen Bastard im Tamarao erblicken wollte. Auch vermag ich Jentink darin nicht beizustimmen, dass er meint, wenn der Tamarao kein Bastard sei, so müsse er eine neue generische Bezeichnung erhalten, da er weder als echter Büffel, noch als Anoa angesehen werden könne, denn der Tamarao hat, m. A. n., genügend Büffelcharaktere, um ihn zu den übrigen Büffeln zu stellen. Doch die Bildung einer neuen Gattung ist in diesem Fall unwesentlich und mehr oder weniger Geschmacksache. Die Hypothese, dass der Tamarao ein Bastard sei, halte ich für um so entbehrlicher, als sie an und für sich wenig plausibel ist. Tamarao und Anoa können vielmehr als Nachkommen des Sivalikrindes angesehen werden, daher die vielfache Übereinstimmung. Die insulare Sonderung führte zu einer Divergenz in ihrer Entwicklung, auf Celebes zur Anoa, auf Mindoro zum Tamarao. Diese Hypothese, wenn schon eine aufgestellt werden soll, scheint mir weit annehmbarer. (Vgl. Heller: Anoa in Abh. Mus. Dresden 1890/1 Nr. 2 p. 34.)