Auf [Tafel I] findet sich M. maurus in verschiedenen Haarkleidern (c. ⅙ n. Gr.) dargestellt, und zwar nach Exemplaren des Dresdner Museums und nach Weberschen aus der Sammlung des Amsterdamer Zoologischen Gartens, von denen mir zwei von Dr. Kerbert gütigst geliehen wurden. Man dürfte, da bis jetzt nur jüngere Menagerie-Exemplare abgebildet worden sind, die Wiedergabe charakteristischer Individuen von sicheren Fundorten nicht für überflüssig erachten, besonders auch in Anbetracht der Verwirrung, die bis zur Weberschen Darstellung über M. maurus und ocreatus herrschte; ein adultes, wie das Dresdner von Tonkean, ist überhaupt noch nicht abgebildet worden.
Figur 1. Junges Weibchen von Bantimurung (2076). 3. Molar noch unentwickelt. So gut wie einfarbig, mit nur schwachen Spuren einer helleren Zeichnung hinten. Es entspricht ungefähr der Cuvierschen Abbildung (Hist. nat. III 1823 Avril) eines M. maurus „d’un pelage uniformément brun foncé“, nach der man diesen Affen aber schwer identificiren kann[6], sowie der Grayschen (P. Z. S. 1866 pl. XIX) von M. inornatus (= maurus) eines jüngeren Individuums, „blackish brown, nearly uniform … the hinder part of the thigh greyish white“ (p. 202), das wohl etwas mehr Zeichnung hinten hatte. — Vom Vertex zum Anus 380 mm, Hinterhand 125, Schädellänge 106.5, Jochbogenbreite 69.2.
Figur 2. Junges Männchen von der Insel Buton, aus dem genannten Amsterdamer Museum, von Weber (p. 103) lebend heimgebracht. 3. Molar unentwickelt, Milchgebiss zum Theile noch vorhanden. Etwas grösser als das Exemplar Figur 1. Gesammtfärbung noch bräunlich, wenn auch grauer als bei Figur 1, die helle Zeichnung hinten gut ausgeprägt, Unterarm und Unterschenkel deutlich heller grau abgesetzt. — Vom Vertex zum Anus 410 mm, Hinterhand 140, Schädellänge 115, Jochbogenbreite 68,1.
Figur 3. Junges Weibchen von Kandari, aus dem genannten Amsterdamer Museum, auch von Weber (p. 103) lebend heimgebracht. 3. Molar noch unentwickelt. Ziemlich von derselben Grösse, wie das junge Männchen Figur 2, aber bereits schön glänzend schwarz mit weisslicher Zeichnung hinten (hier in der Behaarung defect) und mit lebhafter grauem Unterarm und Unterschenkel als das Männchen Figur 2. Es entspricht am Besten der Sclaterschen Abbildung eines nicht adulten Exemplares von M. ocreatus (P. Z. S. 1860 pl. LXXXII und Scl. & Wolf: Zool. Sketches II 1867 pl. I), das die helle Zeichnung hinten noch nicht ausgeprägt aufweist[7]. — Vom Vertex zum Anus 420 mm, Hinterhand 140, Schädellänge 115, Jochbogenbreite 71.
Figur 4. Junges Weibchen (nach einem Fell ohne Schädel gezeichnet) von Tonkean (B 3167) in der ungefähren Grösse der Exemplare Figur 2 und 3, mit ausgeprägter heller Zeichnung hinten und von bräunlich schwarzer Färbung, nicht so tief glänzend schwarz wie Figur 3, aber die Extremitäten ebenfalls bräunlichschwarz, nicht heller. [[3]]
Figur 5. Adultes Männchen von Tonkean (2469), dessen Schädel [Tafel II] Fig. 1–2 und [III] Fig. 1–2 in ¾ n. Gr. in der norma facialis, lateralis, verticalis und basalis wiedergegeben ist. Stumpf schwarz, leicht graubläulich angeflogen, mit sehr ausgeprägter heller Zeichnung hinten, aber ebenfalls mit dunklen Extremitäten, und zwar: Unterarm und Unterschenkel aussen stumpf schwarz, bräunlich angeflogen, innen heller bräunlich[8]. — Vom Vertex zum Anus 490 mm, von der Lippe zum Anus (alle Krümmungen mitgemessen) 650, Hinterhand 170. Von Schädel- und Skeletmaassen dieses Exemplares seien nur die folgenden angegeben und zum Vergleiche die eines alten männlichen Skelettes von Parepare, das Weber (p. 103 und 104) „very large“ nennt, das aber erheblich kleiner und schwächlicher ist als das von Tonkean, trotzdem die Schädelnähte weit mehr verstrichen sind; ebenso weisen sich die Zähne bei dem Tonkean Männchen in allen Dimensionen um ⅓ grösser aus. Dieses Parepare Skelet gehört jetzt dem Dresdner Museum (B 3274).
| Tonkean (B 3166) | Parepare (B 3274) | |||||
| Schädellänge | 144 | mm | 137 | mm | ||
| Jochbogenbreite | 100 | mm,, | 88 | .5 | mm,, | |
| Breite am proc. zygom. os. front | 77 | .3 | mm,, | 70 | .6 | mm,, |
| Geringste Breite zwischen den Augenhöhlen | 7 | .2 | mm,, | 6 | mm,, | |
| Breite an den Alveolen der Caninen | 37 | .5 | mm,, | 35 | .2 | mm,, |
| Geringste Breite am Pterion | 49 | .4 | mm,, | 47 | .8 | mm,, |
| Grösste Breite am Pterion | 61 | .5 | mm,, | 55 | mm,, | |
| Länge des Femur | 210 | mm,, | 189 | mm,, | ||
| Länge der Tibia | 193 | mm,, | 166 | mm,, | ||
| Länge des Humerus | 185 | mm,, | 165 | mm,, | ||
| Länge des Radius | 185 | mm,, | 169 | mm,, | ||
Einen jüngeren weiblichen Schädel hat Murie (P. Z. S. 1872, 725) beschrieben und abgebildet, aber der adulte Schädel differirt bedeutend, so dass auch die Charakteristik, die Anderson (Anat. Zool. Res. 1878, 81) von dem jüngeren Schädel entwirft (und die Forbes: Primates II, 12 1894 verkürzt reproducirt), durchaus nicht für den alten zutrifft. Die Abbildungen dürften eine nähere Beschreibung des adulten Tonkean-Schädels überflüssig machen. Das Exemplar hat 9 Caudalwirbel; Schlegel (Cat. VII, 117, 118 1876) giebt 8 für maurus und ocreatus an, der 9., die Spitze, ist allerdings sehr klein; das Parepare Exemplar hat 7, ist aber möglicherweise defect.
Das Museum besitzt noch den Schädel eines Jungen von Süd Celebes (259), von mir mitgebracht, im Zahnwechsel, der 1. bleibende Molar bereits vorhanden. Schädellänge 100 mm, Jochbogenbreite 63.
Ferner das Skelet eines mas juv. von Süd Celebes (B 1984), von mir mitgebracht, noch nicht im Zahnwechsel, aber der 1. bleibende Molar im Durchbruche. Schädellänge 90 mm, Jochbogenbreite 56.