Endlich einen Foetus in Spiritus vom Pik von Bonthain, 1500´ hoch, an dem die Haarstellung vortrefflich zu sehen ist (Ribbe und Kühn 1883 coll.).
Beide Tonkean Exemplare, das junge Weibchen sowohl, als auch das adulte Männchen, haben schwarze Extremitäten, gegenüber den grauen des jungen Paares von Buton und Kandari, und, so viel mir scheint, kannte man adulte schwarzgliedrige bis jetzt überhaupt nicht. So hat, wie Dr. Jentink mir gütigst mittheilt[9], das grösste sehr alte Männchen des Leidener Museums (Schlegel Cat. VI, 118 1876 Ex. 1, Jentink XI, 32 1892 Ex. g) Grau an den Unterarmen und Unterschenkeln; es dürfte dem Tonkean-Männchen an Grösse kaum nachstehen, denn es misst vom Vertex zum Anus 480 mm und von der Lippe zum Anus (mit allen Krümmungen) 640, bei einer Hinterhandlänge von 155 (gegen 490, 650, 170 bei dem [[4]]Tonkean Exemplare). Wie sich das alte Männchen von Parepare (Weber p. 103 und 104 Nr. 333, Skelet B 3274 M. Dr.) in dieser Beziehung verhielt, ist nicht mehr zu eruiren gewesen. Anderson (Cat. Mamm. Ind. Mus. I, 77 1881) registrirt nur graugliedrige, aber es sind keine adulten darunter. Da das Grau gegenüber dem einfarbigen dunkleren Jugendkleide schon der Charakter einer Altersentwicklung ist, so scheint das junge schwarzgliedrige Weibchen von Tonkean zu beweisen, dass die graue Phase an Unterarm und Unterschenkel auch übersprungen werden kann, allein es ist weiteres Material nöthig, um hierin klar zu sehen.
Ich zögere um so weniger M. maurus nur für den jungen ocreatus anzusehen, entgegen der Annahme Webers (p. 108), „that both are variations of one species“, als bereits Bartlett (bei Murie P. Z. S. 1872, 723) am Lebenden beobachtet hat, dass die helle Zeichnung sich aus einem einfarbigen Kleide mit dem Alter entwickelt. Auch Dr. Jentink glaubt, wie er die Güte hatte mir mitzutheilen, dass die 11 Exemplare des Leidener Museums dasselbe lehren. Es ist wohl möglich, wie Weber (p. 107) meint, dass Manche diese Entwicklung überhaupt nicht durchmachen und einfarbig bleiben, was ja auch das junge Tonkean Weibchen zu lehren schien. Das Zusammenvorkommen der verschiedenen Färbungen in einem Truppe, das Weber (p. 104 und 108) beobachtete, spricht vielleicht ebenfalls dafür. Prof. Weber hatte die Freundlichkeit mir dieses Zusammenvorkommen noch folgendermaassen auszuführen: „In der Umgegend von Maros waren in einem Walde die Exemplare zahlreich und nicht scheu; sie liessen sich daher gut beobachten. Doch sah ich in demselben Truppe sehr verschiedene Färbungen, namentlich bezüglich der Ausbreitung von Grau oder Weiss auf der Hinterextremität und bei manchen auch auf der Vorderextremität.“ Es sind jedoch weitere Beobachtungen und mehr Materialien nöthig, um hier Klarheit zu gewinnen, denn diese liegt noch keineswegs sicher vor.
[1] Ich habe bisher Celébes, mit Accent auf der zweiten Silbe, geschrieben, weil die Holländer so betonen, A. Wichmann hat aber kürzlich (Gids 1896, 328) wieder hervorgehoben, dass die Spanier im 16. Jahrhunderte die Gegend von Mindanao bis Nord Celebes als Archipel der Célebe oder als Inseln der Célebes, mit Accent auf der 1. Silbe, bezeichneten. Die Leute nannten sich Célebe. Die Herkunft des Wortes ist bis jetzt dunkel. Man vergleiche Crawfurds etymologische Conjectur (Descr. Dict. Ind. Is. 1856, 90). Der von Wichmann versuchte Beweis, dass die allgemeine Anwendung des Namens Celebes für die ganze Insel sich erst in Folge eines Missverständnisses von Hackluyt eingebürgert habe, ist jedoch nicht als gelungen anzusehen. (S. auch Egli: Etym. geogr. Lex. 1880, 108.) [↑]
[2] Was auch Lydekker (Geogr. Hist. Mam. 1896, 47) noch ganz neuerdings thut: „peculiar to the southern portion of the island“. Radde (25. Jb. Ver. Erdk. Dresden 1896, 120) sah Buton-Exemplare irrthümlich für Cynopithecus niger an (s. auch unten p. 5 Anm. 2). [↑]
[3] Siehe die Karte in Abh. Mus. Dresden 1896/7 Nr. 2. [↑]
[4] Everett (bei Hartert Nov. Zool. III, 150 1896) erwähnt „probably“ M. maurus vom Pik von Bonthain. Das Museum besitzt einen Foetus dieser Art daher, von 1500′ Höhe (s. unten). [↑]
[5] Am 3. August 1871 hörte ich in Poso, laut Tagebuchnotiz, dass dort weisse Affen als Anführer der schwarzen vorkommen sollen. Es sind dies vielleicht sehr alte Individuen, Greise, oder jüngere albinotische, wie Weber (Zool. Erg. I. 104 1890) sie beschreibt (s. unten Anm.). [↑]
[6] Reichenbach (Affen T. XXIV Fig. 370 s. a.) hat die Vorderhälfte davon copirt; Fig. 368 und 369 sollen ebenfalls maurus vorstellen, gehören aber keinenfalls der Art an; sie sind nach einem Exemplare des Museums gezeichnet (p. 142), das nicht mehr zu identificiren ist. [↑]