Edel, schlank und blaß,

Wie Flachs der blonde Schopf;

Reich an Geist und arm an Herz:

N. A. A. — Kennt ihr diesen Kopf?

Sofja Petrowna wandte sich plötzlich unerwartet für sie selbst um und sah, wie dort in der Ferne in den letzten grellroten Strahlen der Newasonne, ihr zugewandt, Nikolai Apollonowitsch stand; seltsam vornübergebeugt, das Gesicht in den Kragen vergraben, stand er und lächelte, wie es ihr schien, in unangenehmster Weise; er gab eine höchst komische Figur ab: in seinen weiten Mantel gehüllt, sah er bucklig und wie seiner Arme beraubt aus; vor diesem Anblick wandte sie eilig ihr Köpfchen ab.

Lange noch stand er, gekrümmt, unangenehm lächelnd und machte auf dem feuerroten Fond der untergehenden Sonne eine recht komische Figur. Doch nicht sie sah er: bei seinen kurzsichtigen Augen konnte er die sich entfernenden, kleinen Gestalten kaum sehen; er lachte vor sich hin und blickte weit, weit, wo die Linien der Inseln sich tief senkten.

Sie aber — weinen wollte sie: sie wünschte, ihr Gatte, Ssergeij Ssergeijewitsch Lichutin hätte sich dem Schuft genähert, ihm mit seiner sehnigen Faust ins Gesicht geschlagen und ihm seine ehrliche Offiziersmeinung gesagt.

Die untergehende Sonne schleuderte ihre herzlosen Strahlen direkt vom Horizont; über ihm wiegte sich die Unermeßlichkeit der rosa schimmernden Luftwellen; noch höher lagen die soeben noch weißen, jetzt rosigen Wölkchen in von Perlmutter durchzogenem Türkisblau; bald werden die Perlmutterstreifen die zarten Durchblicke im Türkisblau erlöschen; ergießen wird sich das dunkle, schwere Blau, die blaugrüne Tiefe, auf die Häuser, auf den Granit, auf die Wasser.

Einen Sonnenuntergang aber wird es nicht mehr geben.

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