Bald darauf öffnete sich die Tür des senatorischen Arbeitszimmers: mit einer Kerze in der Hand lief Apollon Apollonowitsch in den mit nichts zu vergleichenden Raum, um sich . . . dem Zeitungslesen zu widmen . . .
Nikolai Apollonowitsch trat ans Fenster.
Ein phosphoreszierender Fleck raste in wildem Tempo über den Himmel; in phosphoreszierendem Glanz leuchtete neblig die Newaferne, und grün schimmerten die lautlos gleitenden Flächen; bald dort, bald da sprühte ein goldener Funken auf; an verschiedenen Stellen des Wasserspiegels entflammten rötliche Lichter, um sich vielleicht nach einer Sekunde im phosphoreszierenden Nebel zu verlieren. Hinter der Newa dehnten sich die Riesengestalten der Inseln und warfen in den Nebel mattleuchtende Blicke — endlos, lautlos, qualvoll: es schien, als weinten sie: höher streckten sich in wildem Rasen undeutlich gezeichnete bauschige Arme; Schar um Schar erhoben sie sich über den Wellen der Newa; vom Himmel aber fielen sie als durchleuchtend phosphoreszierende Flecke. Nur an einer vom Chaos unberührten Stelle, wo sich am Tage die Troitzkibrücke breitete, glänzten durchnebelte riesige Brillantennester über einer glitzernden Schar rundgliedriger Lichtschlangen; sich bald zusammenringelnd, bald streckend, rasten die Schlangen als Funkenlinie nach oben; und untertauchend, erschienen sie dann wieder als Sternfäden auf dem Spiegel des Wassers.
Nikolai Apollonowitsch blickte verträumt auf diese Fäden.
In der dunklen Ferne des Korridors ertönte metallisch ein Türriegel, in der dunklen Ferne des Korridors schimmerte Licht auf: mit der Kerze in der Hand verließ Apollon Apollonowitsch den mit nichts zu vergleichenden Raum: ein mausgrauer Schlafrock, graue, rasierte Backen und riesige Konturen ganz toter Ohren zeichneten sich deutlich im tanzenden Licht und liefen aus der Helle in die völlige Dunkelheit hinein.
Nikolai Apollonowitsch dachte: »Es ist Zeit.«
Nikolai Apollonowitsch wußte, daß sie zum Meeting gegangen war (dafür bürgte die Begleitung Warwara Ewgrafownas), Nikolai Apollonowitsch dachte, daß schon zweieinhalb Stunden vergangen sind, seit er sie getroffen hatte; jetzt dachte er: »Es ist Zeit . . .«