»Der Domino — ebendieser dort.«
Mit diesen Worten zeigte das lebhafte Herrchen in den Nebenraum, wo der ruhelose Domino in Rot über das spiegelnde Parkett tanzend dahinglitt.
Der Skandal
Nachdem sie den Brief übergeben hatte, schlich sich Sofja Petrowna von ihrem Kavalier fort, kraftlos ließ sie sich auf ein weiches Taburett nieder; ihre Arme und Beine versagten den Dienst.
Was hatte sie gemacht?
Sie sah, wie der rote Domino aus dem Tanzsaal in das Nebenzimmer lief, wie er dort in einer Ecke das Briefchen entfaltete; um die kleine Schrift besser zu lesen, schob er seine Maske auf die Stirn; die Spitzen des Bartes legten sich wie schwarze, flatternde Flügel auf beide Seiten des Kopfes; aus den flatternden Flügeln aber blickte ein wächsernes, unbewegliches Gesicht mit vorstehenden Lippen; die Hand bebte, und auch der Brief, den die Finger hielten, zitterte; kalter Schweiß perlte auf seiner Stirn.
Der rote Domino sah nicht Madame Pompadour, die ihn aus der Ecke beobachtete; er ging vollends im Lesen des Briefes auf; da trat plötzlich jemand herein; der Domino verbarg mit nervöser Bewegung das Billett in den Atlasfalten; die Maske aber vergaß er herunterzuziehen. Und so stand er da, mit auf die Stirn geschobener Larve, halboffenem Munde und nichtssehendem Blick.
Vom Tanzen erhitzt, lief ein kleines Mädchen, Kühlung suchend, herein; sie stieß beinahe in der Tür den liberalen Leiter der Kreisverwaltung um, eilte dann zum Spiegel, richtete das Bändchen im Haar, schnürte das weiße, seidene Schuhchen fester und begann mit ihrer Freundin Heimliches zu flüstern.
Umsehend gewahrte sie den roten Domino mit offenem Gesicht und rief:
»Sie sind es also? Guten Abend, Nikolai Apollonowitsch. Wer hätte es nur gedacht!«