»Ich wette, daß Sie aus purer Koketterie diesen gleichgültigen Ton anzunehmen geruhten . . .«

»Hören Sie,« versuchte Nikolai Apollonowitsch dem steifen Hut zu erwidern, »ich bin, aufrichtig gesagt, höchst verwundert; ich bin, aufrichtig gestanden . . .«

Dort, dort blitzte der erste helle Apfel auf, da der zweite; dort weiter der dritte; diese Linie der elektrischen Äpfel zeigte den Newskij-Prospekt an, wo die steinernen Häusermauern die ganze lange Petersburger Nacht von elektrischem Licht übergossen stehen und wo die kleinen, hellerleuchteten Restaurants mit dem grellen Rot ihrer Schilder in die Nacht starren, während vor ihnen federngeschmückte Dämchen auf und ab spazieren und das Karminrot ihrer gefärbten Lippen in die Boas vergraben; sie spazieren da neben Zylinderhüten, Schirmmützen, Russenkitteln, vornehmen Wintermänteln, in dem matthellen Lichtchaos — dem weitaufgesperrten, glühenden Rachen, der wie die Hölle von den armseligen finnischen Sümpfen gegen das sich weit, weit breitende Rußland gerichtet ist.

Nikolai Apollonowitsch beobachtete immerzu den Schatten des steifen Hutes an der Mauer, den ewig dunklen Schatten; es war klar: die besonderen Umstände der Begegnung mit dem geheimnisvollen Pawel Jakowlewitsch hatten ihn daran gehindert, gleich dort — am Zaun im Gäßchen — diese Bekanntschaft abzubrechen, ohne dabei die eigene Würde preiszugeben; jetzt hieß es mit der größten Vorsicht auszuforschen, was eigentlich dieser Pawel Jakowlewitsch von ihm wußte, was zwischen diesem und seinem Vater vorgegangen war; deshalb zögerte er, sich zu verabschieden.

Sie gingen über die Brücke.

Vor ihnen schritten zwei Leute: ein fünfundvierzigjähriger, in schwarzes Leder gekleideter Seemann; auf seinem Kopf saß eine Mütze mit Ohrenklappen, er hatte blauschimmernde Wangen und einen grellrotblonden Bart, in dem sich weiße Fäden mischten; sein Begleiter, ein Riese in Schaftstiefeln, mit dunkelgrünem Filzhut, schwarzen Haaren und Brauen und kleinem Schnurrbärtchen, schritt neben ihm her. Beide erinnerten Nikolai Apollonowitsch an etwas; und beide schritten durch die offene Tür in das kleine Restaurant mit dem brillantenen Schild.

Pawel Jakowlewitsch faßte Ableuchow am Mantel:

»Hierher, Nikolai Apollonowitsch, ins Restaurant: da, hierher, das kommt uns sehr gelegen! . . .«

»Aber gestatten Sie . . .«

Es war nichts zu machen: Nikolai Apollonowitsch zuckte kaum merklich mit den Achseln und öffnete mit leichter Ekelgrimasse die Tür . . .