Alexander Iwanowitsch Dudkin betrachtete seine Behausung, und wieder — wie schon immer — zog es ihn hinaus aus dem vollgerauchten Zimmer, zog es ihn fort von hier; es zog ihn auf die Straße in den schmutzigen Nebel, wo er mit den Schultern, den Rücken und grünlichen Gesichtern der Petersburger Prospekte eins werden konnte, um sich mit ihnen zu einem einzigen riesengroßen, grauen Gesicht zu verschmelzen.

Am Fenster seines Zimmers klebte der dichte Oktobernebel: Alexander Iwanowitsch Dudkin empfand das Bedürfnis, sich von dem Nebel durchdringen zu lassen, alle seine Gedanken von ihm durchdringen zu lassen, alles, was in seinem Hirn herumspukte, in dem Nebel zu ertränken; durch die Gymnastik der schreitenden Füße wollte er dieses Spukzeug auflösen; schreiten wollte er, immer schreiten und schreiten: von Prospekt zu Prospekt, von Straße zu Straße; schreiten so lange, bis das Hirn gänzlich verstummt ist, dann vor dem Tischchen der Schenke niedersinken, um sich mit Wodka zu verbrennen. Nur ein solches zielloses Wandern durch Straßen und krumme Gäßchen, an Laternen, Zäunen und Fenstern vorbei erstickt die quälenden Gedanken im Hirn.

Während er seinen armseligen Mantel anzog, spürte er wieder, daß es ihn fröstelte, und er dachte traurig:

»Hätt’ ich doch etwas Chinin!«

Aber woher Chinin nehmen? . . .

Und während er die Treppe hinunterging, dachte er wieder traurig:

»A—ach, hätt’ ich doch nur einen kräftigen Tee mit Himbeersaft . . .«

Die Treppe

Die Treppe!

Schaurig, dunkel, feucht — gab sie erbarmungslos seine schlürfenden Schritte wieder, die schaurige, dunkle, feuchte Treppe! Heute nacht war das gewesen. Nun erst erinnerte sich Alexander Iwanowitsch, daß er diese Nacht wirklich hier gegangen war: oder war es etwa im Traum? Nein, das war in der Wirklichkeit; doch was war es eigentlich?