»Ni—ko—lai A—pol—lo—no—witsch!! . . .«

Da erst merkte Nikolai Apollonowitsch, daß der Unbekannte, der ihn fast überrannt hatte (offensichtlich ein gewöhnlicher Kleinbürger), um den Hals einen Verband trug (wahrscheinlich eines, Furunkels wegen, die ja gewöhnlich dort ihren Sitz nehmen, wo sie am meisten störend empfunden werden: am Hals, am Schulterblatt oder an einer nicht näher zu bezeichnenden Stelle! . . .).

Doch seine Betrachtungen über die tückischen Eigenschaften der Furunkel wurden unterbrochen:

»Sie scheinen mich nicht zu erkennen!«

(Ei, ei!)

»Mit wem hab’ ich die Ehre?« hatte schon Nikolai Apollonowitsch mit etwas beleidigter Miene begonnen, aber er sah aufmerksamer den Unbekannten an, riß dann plötzlich den Hut vom Kopfe und rief mit entstelltem Gesicht:

»Nein . . . Sind Sie es wirklich? . . .«

Gewiß, in dem zufälligen Passanten, der wie ein Bettler aussah, war nicht leicht Ssergeij Ssergeijewitsch Lichutin zu erkennen; denn erstens war jetzt Lichutin in Zivilkleidung, die ihm ungefähr so paßte wie der Kuh ein Sattel; und dann — sieh mal einer her! — war Ssergeij Ssergeijewitsch Lichutin bartlos. Das war die Hauptsache: an Stelle des welligen runden Bartes trat ein unangebrachtes, ein wenig unsauberes Nichts hervor; und — was ist nur mit dem Schnurrbart geworden? Diese haarlose Stelle zwischen Nase und Lippe war es eben, die das wohlbekannte Gesicht zu einem völlig fremden, zu einem unangenehmen Nichts machte.

Das Verschwinden des eigens Lichutin gehörenden Bartes, des eigens Lichutin gehörenden Schnurrbartes verlieh dem Leutnant den erschütternden Ausdruck eines Idioten:

»Nein, entweder versagen meine Augen . . . oder . . . Sie scheinen, Ssergeij Ssergeijewitsch . . .«