Und — Ruhe seiner Asche . . .
Auch der Schweizer mit dem Stab, der über dem »Börsenkurier« schlummerte, auch er kannte das leiddurchzogene Gesicht gut. Wetscheslaw Konstantinowitsch hat, Gott sei Dank, noch niemand im Hohen Amt vergessen; aber an, seligen Angedenkens, Kaiser Nikolaus Pawlowitsch erinnert sich keiner mehr: man erinnert sich nur der weißen Säle, der Säulen, der Balustraden.
Der bärtige Alte aber, er erinnert sich seiner.
Aus der Unzeit her, wie über der Linie der Zeit schweben, steht er gebeugt da: über der pfeilgeraden Straße oder — über der bitteren, salzigen, fremden menschlichen Träne?
Der kahle Kopf hebt sich empor, der mephistophelische, greisenhaft welke Mund lächelt; rötliche Flämmchen zucken durch das Gesicht; Flämmchen blinken in den Augen, aber es sind steinerne Augen; blau in grünlichen Höhlen; kalte, erstaunte Blicke, und — kalt, kalt. Gespenstisch entflammen Zeit, Sonne, Licht. Das ganze Leben nichts als — ein Gespenst. Lohnt es sich? Nein, es lohnt sich nicht:
»Ich bin, meine Herrschaften, aus der Schule Plehwe . . . Ich, meine Herrschaften . . . Ich—mmä—mmä«
Der kahle Kopf senkt sich.
Im Hohen Amt hüpfte ein Flüstern von Tisch zu Tisch; plötzlich ging die Tür auf; ein Beamter mit kalkweißem Gesicht sprang ans Telephon: