Sie saß auf einem Stuhl; mit halb gerührtem, halb verärgertem Gesicht sah sie auf Lipantschenko und auf seine Finger, die die Saiten spannten.
»So ist’s besser!«
Und er lächelte; beide lächelten; beide nickten einander zu; er mit verjüngtem Gesichtsausdruck; sie mit einer Verlegenheit, hinter der sich Stolz und Verehrung verbarg.
»Ach, was sind Sie doch für ein unverbesserliches Kind!«
Bei diesen Worten drehte Lipantschenko, trotzdem er einem Nashorn ungemein ähnlich sah, mit behender, rascher Bewegung der linken Hand seine Geige um, drückte blitzschnell den breiten Geigenrand gegen die Schulter, auf die sein dicker Kopf niederfiel; die Finger umklammerten die Geigensehnen:
»Na also!«
Die Hand mit dem Bogen machte eine schwungvolle Bewegung und blieb — erstarb — in der Luft; mit zartester Berührung glitt dann der Bogen über die Saiten, ihm folgte die linke Hand, dann der ganze Arm; auch der Kopf und schließlich der ganze Körper neigten sich auf die Seite, dem Bogen nach.
Der Sessel unter Lipantschenko knirschte; dieser konzentrierte seine ganze Kraft darauf, einen recht zarten Ton von sich zu geben; im Zimmer erklang plötzlich seine heisere, aber nicht unangenehme Baßstimme:
»Laas aab von miir . . .«, sang Lipantschenko.
»Es ist umsonst«, fielen die zarten, leise seufzenden Saiten ein.