»Ah — ah . . . Wo ist doch nur die Brille?«

»Hol’s der Teufel . . .«

»Verloren? . . .«

»Ha?«

»Nein, so was!«

Nikolai Apollonowitsch pflegte ebenso wie Apollon Apollonowitsch mit sich selber zu sprechen.

Seine Bewegungen waren rasch wie die Bewegungen seines exzellenten Vaters; wie Apollon Apollonowitsch war er klein von Gestalt, und das stets lächelnde Gesicht hatte denselben ruhelosen Blick; versank er jedoch in Betrachtung irgendeines Gegenstandes, dann wurde allmählich dieser Blick steinern: trocken, klar und kalt zeichneten sich die Linien seines Antlitzes, wie das eines Heiligenbildes, überraschend durch besonderen, edlen Aristokratismus: das Edle des Gesichts zeigte sich besonders in der Stirn, die wie gemeißelt war, mit angeschwollenen Äderchen: das rasche Pulsieren dieser Äderchen war ein deutliches Voranzeichen frühzeitiger Sklerose.

Diese bläulichen Äderchen entsprachen dem Blau um die riesigen kornblumenblauen Augen (nur in Augenblicken der Erregung waren diese Augen durch die erweiterten Pupillen schwarz).

Wir sehen Nikolai Apollonowitsch vor uns mit seinem Käppchen auf dem Kopf; würde er es abnehmen, erblickten wir eine üppige flachsweiße Mähne, die den Trotzausdruck dieses kalten, fast rauhen Antlitzes milderte; schwerlich konnte man bald wieder bei einem Erwachsenen Haare von solcher Farbe finden; oft finden wir sie nur bei Dorfkindern, besonders in Weißrußland.

Er warf den Brief unachtsam fort und setzte sich vor ein aufgeschlagenes Buch hin; die gestrige Lektüre, eine Abhandlung, entstand deutlich vor ihm. Er erinnerte sich des Kapitels und der Seite, des lenksamen Ganges der Gedanken und der am Rand des Buches gemachten Notizen; sein Gesicht, noch immer streng und klar, wurde lebhaft von Gedanken belebt.