Hier in seinem Zimmer wuchs Nikolai Apollonowitsch in Wahrheit zu einem sich selbst überlassenen Zentrum; er wandelte sich in eine Serie aus dem Zentrum entstammender, logischer, für Gedanken und Seele vorbestimmender Voraussetzungen, und dieser Tisch da: er war hier das einzige Zentrum des Alls — des denkbaren und undenkbaren, alle Äonen der Zeit zyklisch durchlaufend.

Aber kaum gelang es heute Nikolai Apollonowitsch, sich den Kleinlichkeiten des Lebens zu entziehen, dem Wirbel allmöglicher Unvernehmbarkeiten, genannt Leben und Welt; kaum gelang es ihm, sich zu sich selbst zu erheben, als eine dieser Unvernehmbarkeiten sich in seine Welt gedrängt hat:

Nikolai Apollonowitsch riß sich von seinem Buche los, es wurde geklopft.

»Na? . . .«

»Was ist?«

Hinter der Tür antwortete eine dumpfe, ehrfurchtsvolle Stimme:

»Dort . . .«

». . . fragt jemand nach Ihnen . . .«

Wenn Nikolai Apollonowitsch sich auf einen Gedanken konzentrierte, sperrte er die Tür seines Arbeitszimmers ab: dann begann es ihm zu scheinen, als verwandelten sich augenblicklich er selbst und die Gegenstände des Zimmers aus Dingen der realen Welt in nur gedanklich erfaßbare Symbole rein logischer Konstruktionen; der Zimmerraum und sein eigener Körper, der die Gefühlsfähigkeit verlor, wurden zum einzigen Sein-Chaos, von ihm das All genannt; sein Bewußtsein aber, abgesondert vom Körper, verband sich unmittelbar mit der elektrischen Lampe des Schreibtisches, von ihm genannt »Sonne des Bewußtseins«. So hinter der abgesperrten Tür, Schritt für Schritt seine zur Systemeinheit geschlossenen Sätze überdenkend, fühlte er seinen Körper sich in das »All«, d. h. ins Zimmer, ergießen; der Kopf dieses Körpers aber fand seinen Platz im dickbäuchigen kleinen Zylinder der elektrischen Lampe mit dem zierlichen Schirm.

Und so sich in einen anderen Raum versetzend, wurde Nikolai Apollonowitsch ein wahrhaft schöpferisches Wesen.