»Komm, kehre zurück — Gott!«

Ihr zur Antwort schlug unten die Tür zu. Nikolai Apollonowitsch lief zu der großen Petersburger Brücke. Wir werden weiter sehen, daß er an dieser Brücke den wichtigen Beschluß gefaßt hatte, durch eine Tat sein eigenes Leben von sich zu werfen. Zu tief hatte ihn das Wort »roter Narr« getroffen.

Nie wieder hat ihn Sofja Petrowna gesehen . . .

Dafür kamen um so öfter Graf Awen, Baron Ommau-Ommergau, Werhefden und selbst Lipantschenko; sie lachte mit ihnen ohne Unterlaß; dann hielt sie im Lachen inne und fragte neckisch:

»Nicht wahr, ich bin eine Puppe?«

Sie antworteten mit einer »Fifka« nach der anderen und warfen Silbermünzen in die Sammelbüchse. Lipantschenko aber machte ihr zum Geschenk eine Puppe mit gelbem Gesicht.

Als sie das vor ihrem Gatten Ssergeij Ssergeijewitsch aussprach, sagte er nichts und tat, als ginge er schlafen; in seinem Zimmer aber setzte er sich hin und schrieb an Nikolai Apollonowitsch einen kurzen Brief; in seinem Briefchen schrieb er Ableuchow, daß er, Ssergeij Ssergeijewitsch, sich erlaube, ihn um folgendes zu bitten: Er wolle sich aus prinzipiellen Gründen nicht in die Beziehungen Ableuchows zu seiner unendlich geliebten Gattin mischen, doch bitte er dringend (dringend war dreimal unterstrichen), ihrem Hause für immer fernzubleiben, da die Nerven seiner geliebten Gattin angegriffen seien. Sein Benehmen veränderte Ssergeij Ssergeijewitsch nicht im geringsten: er verwaltete — irgendwo — das Proviantamt.

Ssergeij Ssergeijewitsch war groß von Gestalt, trug einen hellblonden Bart, besaß Nase, Mund, Ohren, Haare und wundervoll glänzende Augen: leider trug er eine dunkelblaue Brille, und niemand kannte die Farbe dieser Augen und auch nicht ihren herrlichen Ausdruck.

Gemeinheit, Gemeinheit, Gemeinheit

In diesen frostreichen Oktobertagen befand sich Sofja Petrowna in ungewöhnlicher Aufregung; blieb sie allein in ihrem Treibhäuschen, dann runzelte sich ihr Stirnchen, und ihr Gesicht wurde purpurn; sie trat ans Fenster und wischte mit ihrem Taschentüchlein aus zartem Batist die schweißbedeckten Scheiben, das Glas begann zu quieken, und öffnete einen Augenblick auf den Kanal und auf einen vorübergehenden Herrn mit Zylinder — nichts weiter; als wäre sie in ihren Ahnungen getäuscht, begann Engel Peri ihr angefeuchtetes Taschentuch mit den Zähnchen zu beißen und zu zerren, dann lief sie hinaus, zog ihren schwarzen Plüschmantel an, setzte die Mütze aus ebensolchem Plüsch auf (Sofja Petrowna kleidete sich sehr bescheiden) und ging fort, um, die Nase in den Pelzmuff vergraben, zwischen der Moikastraße und dem Kai zu schlendern.