Jetzt fuhr der Präsident unmutig herum, und während der Referendar noch weitertrommelte, fragte er zornig:
»Was wünschen Sie?«
»Eigentlich wollte ich mir einen Urlaub nachsuchen, jetzt bitte ich um meinen Abschied.«
Und nun ging er nach Pommern, um für seinen Bruder einzutreten, dann aber trieb es ihn hinaus in die Welt, und selbst seine Freunde wußten nicht immer, wo sie mit ihrem Gedanken ihn suchen sollten.
Im Herbst 1844 trafen sich zwei derselben im Seebad Norderney. Der eine fragte:
»Wissen Sie nichts von Otto von Bismarck?«
»Nach den letzten Nachrichten war er in England – und dieser Tage habe ich eine Mitteilung aus Pommern erhalten, nach welcher er von dort nach Indien zu gehen beabsichtigt.«
»Sieht ihm ähnlich, dem unruhigen Geiste, – er weiß eben nicht, wohin er soll mit seiner Kraft.«
Und während die zwei so redeten, kam er selber mit langsamen Schritten über die Dünenhügel her. Die Gestalt schien noch stattlicher geworden; aus dem gesunden, bartumrahmten Gesichte blitzten die klaren Augen, und kraftvoll und sicher kam er heran, sehr zum Staunen und zur Freude seiner Freunde.
Lange hielt er an der See nicht aus. Er mußte heim, es zog ihn nach Schönhausen, wo am 30. Oktober ein schönes Familienfest stattfinden sollte, die Vermählung seiner Schwester Malwine mit seinem Jugendfreunde Oskar von Arnim-Kröchlendorff. Das Herrenhaus in der Altmark prangte im Festschmucke, seine »Malwine« strahlte vor Glück, und sein Vater war freudig erregt, ihn selbst aber wollte eine leise Wehmut fassen bei dem Gedanken, daß sein »sehr Geliebtes« jetzt aus dem Elternhause gehe und sein Vater nun ganz allein bleiben sollte.