»Ich glaube, Otto wird einmal Diplomat, Staatsmann, und Bernhard Landrat!«

Wieder lachten die fröhlichen Gäste, aber Herr von Bismarck sagte:

»Ja, meine Frau schlägt nicht aus der Art: Da sehen Sie die Diplomatentochter, die sich einmal in den Kopf gesetzt hat, daß etwas vom Geiste ihres ausgezeichneten Vaters, des wackeren Geheimen Kabinettsrats Menken, auf unseren Jungen übergegangen ist. Na, wie Gott will – er wird es schon richten!«

Heiter ging der Tag zu Ende, der für Otto manche Erregung und Bewegung gebracht hatte. Am Abend kam er zu der Mutter, um ihr »Gute Nacht« zu sagen.

»Otto, hast du denn auch ordentlich dein Süppchen gegessen?«

Der Knabe stand einen Augenblick verdutzt bei dieser Frage, und anstatt eine Antwort zu geben, stürmte er hinaus nach der Küche zu Lotte Schmeling.

»Höre, Lotte, habe ich eigentlich schon mein Süppchen gegessen?« fragte er hastig.

»Freilich und hat sehr gut geschmeckt, denn es war schnell genug verschwunden.«

Wie der Wind sauste der kleine Mann davon und kam zu der erstaunten Mama zurück, um dieser nun erst, nachdem er selbst sich authentische Sicherheit verschafft, eine wahrheitsgetreue Antwort auf ihre Frage zu geben. Und jetzt ging er mit gutem Gewissen zur Ruhe.

Herr und Frau Bismarck saßen noch ein Weilchen beisammen, und letztere war es, die das Gespräch auf die Kinder, besonders auf Otto, brachte.