»Ich bedaure, darauf bestehen zu müssen.«

»Das wird Frankreich und Paris niemals zugestehen, eher wird die Hauptstadt in Trümmer sinken und alle seine Söhne opfern.«

Bismarck zuckte bedauernd die Achseln, und so beredt der Franzose auch sprechen mochte, er blieb fest. So schied Favre, ohne einen Erfolg erreicht zu haben, und der Kanzler geleitete seinen Besucher die Treppe hinab. Dieser wies auf die beschädigten Wände und Mauern.

»Die Spuren Ihrer Franctireurs,« bemerkte Bismarck – »die Gegend ist hier voll von ihnen, aber wir machen schonungslose Jagd auf sie; wir behandeln sie als Raubgesindel, denn sie sind keine Soldaten.«

»Aber bedenken Sie, es sind doch Franzosen, welche ihren Boden, ihren Herd und ihr Haus verteidigen. Sie sind doch wohl sicher in ihrem Rechte, wenn sie der feindlichen Invasion Widerstand leisten, und wenn Sie das Kriegsgesetz auf diese Leute anwenden, so ist das eine Verkennung desselben.«

Der Kanzler erwiderte ruhig:

»Wir kennen nur Soldaten, welche einer regelmäßigen Disziplin unterworfen sind, die anderen sind außerhalb dieses Gesetzes.«

»Dann gestatten Sie mir jedoch, Sie an das Jahr 1813 zu erinnern und an den Aufruf des Königs von Preußen an sein Volk. Was war diese Erhebung in Ihrem Lande damals anders als die gegenwärtige der Franctireurs?«

»Richtig,« bemerkte Bismarck, »aber unsere Bäume zeigen noch die Spuren derjenigen Landeseinwohner, welche Ihre Generale hängen ließen.« –

Noch einmal machte Favre am nächsten Tage den Versuch, auf Schloß Ferrières Bismarck zu günstigeren Waffenstillstandsbedingungen zu bewegen – umsonst! »Straßburg ist der Schlüssel zu unserem Hause – ihn müssen wir haben!« Das war der bittere Bescheid, welchen der französische Abgeordnete mit sich nahm, der von dem Kanzler mit den Worten schied: