Carlsson faßte sie beim schwellenden Oberarm und spielte den Bösen:

– Was ist nicht nötig? Was weißt du, Clara, davon, was ich nötig habe?

– Ist denn Ida Euch nicht genug gewesen? Ich hörte einen Vogel singen, daß Ihr Euch Hilfe habt nehmen müssen!

Carlsson wurde rot bis in die Kopfhaut, über das Gesicht der Alten aber huschte Hoffnung, Neugier und Überraschung.

Einen Augenblick herrschte Schweigen in der Küche, während Carlsson nachdachte, welche Antwort am vorteilhaftesten sei. Man hörte, wie draußen der Sturm durch den Wald sauste, das Laub von den Birken riß, an den Feldzäunen rüttelte, an Wetterfahnen und Dachtraufen zauste. Zuweilen fuhr ein Windstoß in den Schornstein hinein und blies Feuer und Rauch aus vom Herdmantel, daß Lotte sich die Hand vor Augen und Mund halten mußte.

Als der Wind einen Augenblick ausblieb, hörte man das offene Meer gegen die östliche Landspitze schlagen. Plötzlich gab der Hund draußen auf dem Hofe Hals, und das Gebell

entfernte sich, als sei der Hund jemandem entgegen gesprungen, um ihn zu begrüßen oder zu bedrohen.

– Seht bitte nach, wer das sein kann, sagte die Alte zu Carlsson.

Der stand sofort auf, froh, auf Claras heikle Frage nicht antworten zu müssen, und ging zur Tür hinaus. Er sah nur ein Dunkel, das so dick war, daß man es mit Messern schneiden konnte; und der Wind empfing ihn mit einem Stoß, daß ihm das Haar wie Erbsensträucher um den Kopf stand. Er lockte den Hund, aber das Gebell war bereits unten auf der Quellwiese und klang jetzt freudig, als erkenne das Tier einen Menschen.

– Es kommt so spät noch Besuch, sagte Carlsson zur Alten, die sich in die Tür stellte. Wer kann das sein? Ich muß wohl gehen und nachsehen. Clara, steck die Laterne an und gib mir meine Mütze!