– Aber Ida? Ist es nicht Ernst zwischen ihr und Euch? untersuchte sie.
– Ida, ja, die ist ja an und für sich ganz gut; ich brauchte nur den Finger nach ihr auszustrecken, dann hätte ich sie!
Aber, Tante, sie hat nicht die rechte Gesinnung; sie ist weltlich und eitel, und ich glaube, sie wandelt sogar auf unrechten Wegen. Übrigens muß ich sagen, ich fange an alt zu werden und habe keine Lust zum Schäkern mehr. Ja, gerade heraus gesagt: sollte ich ans Heiraten denken, so würde ich eine ältere, verständige Person nehmen, eine, welche die rechte Gesinnung hat. Ich weiß nicht recht, wie ich mich ausdrücken soll, aber Ihr versteht mich doch wohl, Tante, denn Ihr habt ja die rechte Gesinnung; ja, die habt Ihr.
Die Alte hatte sich am Tisch niedergelassen, um Carlssons Winkelzüge besser verstehen zu können, damit sie nicht die Gelegenheit versäume, ihr Amen zu sagen, wenn er mit seinem Ja herausrückte.
– Aber sagt mal, Carlsson, begann sie ein neues Garnende, habt Ihr denn nicht an die Witwe von Owassa gedacht, die allein steht und nichts Besseres verlangt, als wieder zu heiraten?
– Ach nein, die kenne ich wohl, aber die hat nicht die rechte Gesinnung: wer mich haben will, der muß die rechte Gesinnung haben! Geld und äußeres Getue und feine Kleider, das macht auf mich keinen Eindruck, denn so bin ich nicht! Und wer mich wirklich kennt, der kann nichts anderes sagen.
Der Stoff schien nun von allen Seiten benagt zu sein; einer mußte das letzte Wort sagen, solange es noch möglich war.
– Nun, an wen habt Ihr denn gedacht, Carlsson? wagte sich die Frau einen kühnen Schritt vor.
– Gedacht? Gedacht! Man denkt dies und das; ich habe überhaupt noch nichts gedacht. Der etwas denkt, der spreche; ich schweige! Man soll nachher nicht sagen können, ich habe jemanden verlockt: von der Gesinnung bin ich nicht.
Die Alte wußte jetzt nicht recht, wo sie zu Hause war; und sie mußte sich noch ein Mal vortasten.