halte. Glücklicher Weise war Ida nicht dabei. Sie hatte im April den Dienst verlassen und sollte sich bald verheiraten. Ihre Nachfolgerin war nicht besonders anziehend; auch hatte Carlsson zu viel Eisen im Feuer, um sich mit ihr einzulassen; zumal er das Spiel in der Hand hatte und nicht geneigt war, es zu verlieren.

Am Mittsommertag wurden die Verlobten aufgeboten, und die Hochzeit sollte zwischen Heumahd und Kornernte stattfinden; dann war immer eine kleine Ruhepause in der Arbeit, sowohl zu Lande wie zu Wasser.

Nach dem Aufgebot machte sich eine Änderung in Carlssons Wesen bemerkbar, die nicht gerade angenehm war; Frau Flod war die erste, die sie zu empfinden hatte. Nach der Sitte des Landes hatten sie seit der Verlobung wie verheiratete Leute gelebt; und der Bräutigam, den der Aufschub bedrohte, wußte sein Benehmen immer nach den zwingenden Umständen einzurichten. Als die Gefahr aber vorüber war, trug er den Kopf hoch und zeigte die Klauen.

Das machte jedoch auf Frau Flod, die sich ebenfalls sicher fühlte, keinen andern Eindruck, als daß sie die Zähne zeigte, so viel sie noch hatte. So gerieten sie am Tage des dritten Aufgebots an einander.

Die ganze Bevölkerung der Insel außer Lotte war nach der Kirche gefahren, um das Abendmahl zu nehmen. Wie gewöhnlich hatte man das kleinste Boot genommen, um, falls man rudern mußte, so wenig Mühe wie möglich damit zu haben. Es war also eng im Boot, zumal man Proviant, Fische für den Pastor und Lichter für den Küster mitführte; außerdem hatte man alle möglichen Kleidungsstücke zum Wechseln mitgenommen; ganz abgesehen von Segel und Rudern, Schöpfgefäßen und Eimern, Schemeln und Tritten.

Nach Gewohnheit hatte man ein besseres Frühstück gegessen;

hatte einander aus Krügen und Flaschen zugetrunken. Heiß war es auch auf See, und niemand wollte rudern; ein kleiner Streit brach unter den Männern aus, von denen keiner Lust hatte, schwitzend in die Kirche zu kommen. Die Frauen traten dazwischen; und als man in die Kirchbucht kam und die Glocken hörte, die man seit Jahr und Tag nicht vernommen, wurde der Zwist beigelegt.

Es läutete erst zum ersten Male; man hatte also noch viel Zeit. Frau Flod ging darum mit den Fischen nach der Pfarre hinauf.

Der Pastor rasierte sich gerade und war bei grimmiger Laune.

– Seltenen Besuch hat die Kirche heute, da die Hemsöer kommen, grüßte er und prüfte das Messer am Zeigefinger. Kommen die Leute mit Fischen, als hätte man die See nicht vor der Tür, schnauzte er.