Die Bauern gingen mit krummen Rücken in Kellerwirtschaften, um eine Kumme warmen Kaffee zu schlürfen, und Ahasverus hörte, wie sie geladen waren auf diesen Aufrührer, diesen verfluchten Radaumacher; es war seine Schuld, daß der Kram wieder mal aus Rand und Band war, just an einem Markttag.
Nach und nach kam die ganze Stadt auf die Beine, die Läden wurden geöffnet, man trug die Fensterluken hinein, und verschlafene Gesichter besprachen die große Neuigkeit.
„Wenn sie ihn kreuzigen, daß sie es dann nur schnell heute noch abmachen,“ hörte Ahasverus sagen, „sonst ist das Osterfest zum Teufel!“
„Und die Geschäfte gehn ohnehin schlecht genug!“
„Die Wirte werden nicht zu klagen haben . . .“
„Sie sollten all diese Besserwisser einsperren . . . mit ihrem Gequatsch . . . damit sie die Menschen bei ihren Angelegenheiten nicht stören . . . damit sie die Menschen in Ruhe lassen . . .“
„Diese fremden Ratten . . .“
„Sie wissen nicht mehr, was sie sich ausdenken sollen, heutzutage . . .“
Und dem Wirt der Ausspannung „Zur fröhlichen Einkehr“, der über der Fensterbrüstung lag, erzählte der Barbier von der Ecke, wie Petrus — „es ist schrecklich!“ — dem Judas den Kopf glatt abgehauen hatte.
Wie lange Ahasverus so umherschweifte, er hätte es nicht sagen können, — bis er endlich mit dem Haufen wieder mittreibend zum Gerichtshaus zog, vor dem eine große Menge versammelt war. Auf einem Altan stand der Landpfleger Pontius Pilatus, der eine Ansprache hielt, mit seinem behäbig-groben, alltäglichen Gesicht, das nur ein wenig verdrießlicher aussah, weil sie ihn aus seiner feisten Ruhe aufgestört hatten.