Mit diesen Worten riß er sich aus ihrer Umarmung, und von innrer Unruh getrieben, eilte er jetzt rastlos nach Deutschland zurück.


„Ruhig liebe Gräfin! Er soll uns nicht wieder davon flattern“, sagte der regierende Fürst von *** zu Ludmillen — „Seine Unstätigkeit, sein Treiben entsteht aus Mangel an Geschäften, die nur allein seinem Geist genügen können. Er will ordnen, schaffen, verbessern.“

„Und kann er das nicht? — Verzeihen Ew. Durchlaucht! — Sind die Sorgen eines Vaters, die Verwaltung seiner Domainen nicht auch Beschäftigungen eines thätigen, Nutzen bewirkenden Mannes?“

„Für jeden Andern — ja, dem es löblicher und zugleich bequemer dünkt, sich in seinem 34sten Lebensjahr zur Ruhe auf sein ländliches Schloß zu setzen, und dann so en passant aus angebohrner Wirthschaftlichkeit ein wachsames Auge auf die Inspektors, Amt- und Verwaltersleute seiner Güter zu haben; und endlich als klugthuender Papa seinen Söhnen die Vokabeln überhört. — Nur ihr Gemahl vermag damit allein seine Stunden nicht auszufüllen; sein Wirkungskreis muß größer, sein Einfluß bedeutender seyn.“

„Aber wie, Monseigneur?“ —

„Ich hoffe damit, zu unser allerseitigen Zufriedenheit in’s Reine zu seyn.“

„Mein Gemahl schmeichelt sich bereits mit einem Auftrag beehrt zu werden — der indessen nur auf kurze Zeit ihn beschäftigen, und dann die Einförmigkeit des Daheimseyns um so lästiger machen würde.“

„Ah, Sie sprechen von der Unterhandlung mit dem ***schen Hofe wegen der Vermählung meines jüngsten Bruders. In der That, ich glaube sie keinen bessern Händen anvertrauen zu können. Doch das ist eine Affaire von sechs Wochen höchstens — und wollte ich ihm dann eine Charge am Hof oder im Zivil anbieten, dies würde ihm einen geringen Begriff von meiner Erkenntlichkeit geben — er schlüge sie ohne weiteres aus. Aber ich habe einen sicherern Plan, bei dem ich selbst gewinne, und den mir der kapriciöse Mann gewiß nicht zu Wasser machen wird.“