Prospero eilte mit lebhafter Gestikulation seinem Hause zu, sein Mienenspiel, die unartikulirten Töne verkündeten fröhliche Nachricht. „Victoria! kreischte er dem Grafen durch die halbgeöffnete Zimmerthür entgegen — Excellenz haben gewonnen Spiel. — Aber wie die Karten gestern lagen, hätten Sie es verloren.“

„Und das Trentleva auf dem Valet Camillo sollte der hochwürdige Herr nicht haben ziehen wollen?“ —

„Alles mit Manier, Herr Graf! Dreihundert Dukaten sind ein artiges Morgenbrod für eine Person; damit läßt sich aber nicht die sämmtliche Klerisey regaliren und beschwichtigen.“

„Ich habe es mit dem Abt zu thun, was geht mich der Hunger seiner übrigen Betgenossen an?“

„Excellenz nichts. Aber den hochwürdigen Vater desto mehr.“

„Wohlan, ich lege die Hälfte zu, das Weitere sey seine Sorge.“

„Pianissimo! die 150 Dukaten würden da kapo in seinen Seckel fallen, denn von geprägtem Gold trennen wir uns zu ungern. Und doch will die Liebe zur heiligen Kirche sich gleichfalls darthun — mit dem Schein frommen Eifers läßt sich — muß sich die übrige heilige Brüderschaft abspeisen lassen. — Ein massiv silberner Antonius von Padua, anderthalb Fuß hoch — mein Nepote, ein berühmter Goldarbeiter hat ihn eben als bestellte Arbeit nach St. Philippo fertig — die Bestellung kann bald ersetzt werden, und ein Fäßchen Lakrima Christi in des Abts Keller, die 300 Dukaten in seine Chatulle, und Zynthio Camillo ist unser.“

„Meinen heißesten Dank dem heiligen Friedenstifter Antonius! — denn wahrlich, ich hätte alles aufgeboten mich des theuren Vermächtnisses Giulianens zu versichern. Der Knabe ist das Ebenbild seiner Mutter, er sey Erbe ihrer Ansprüche auf die ewige Dauer meiner Liebe“ — —

„Und heile die Wunde, welche der Tod des holden Weibes Ihnen schlug; nahm Signora Prospero das Wort — o möchte er auch diesem lieblichen Geschöpf das Herz des zärtlichen Vaters erhalten!“ —